Macht, das kommt von „magan“, und das heißt Können, und können kann nicht jede und jeder

Dass Unnas Bürgermeister Werner Kolter sein Amt selbstbewusst ausübt, das hat schon mancher festgestellt. Und mit was? Mit Recht! Dass er dieses machtbewusst täte, kann niemand in dieser Form behaupten. Klar, hilflos oder nach solcher suchend wirkt er nahezu nie, und wenn man den Begriff Macht auf seine Urbedeutung reduziert, dann hat Werner Kolters Art der Amtsführung tatsächlich ganz viel mit dem zu tun, was Macht haben bedeutet. Der Begriff leitet sich vom gotischen „magan“ ab und heißt nichts anderes als „Können“.

Dass der Unnaer Bürgermeister kann, was er tut, das ist seit vielen Jahren so offensichtlich wie die Tatsache, dass andere dieses genau nicht vermögen. Daher entfuhr mir einst die Aussage, dass es zwei politische Freunde gäbe, die ich am liebsten klonen würde: den ehemaligen Landtagsabgeordneten Wolfram Kuschke und ihn, Werner Kolter, dass beide möglichst lange ihre ebenso ordnenden wie behutsam Wirkung erzeugenden Hände über Stadt und Region halten mögen.

Nun spekulieren sich Legion von politisch aktiven Zeit-Genossen oder Schrift-Stellende um die Wette, ob er denn 2015 oder ob er nicht, mal sagen sie ihm nach, dass er der SPD unlängst einen Teil ihrer wahlkämpferischen Schlagkraft nahm, mal nennen sie es Zieren und dann wieder kommen manche auch mit mangelnder Entschlussfreude aus dem Gebüsch. Nehmen wir es doch einfach mal ernst, dass ein Mensch, der seine Aufgabe, an leitender Position die Geschicke einer Stadt und ihrer Menschen auf einer besonders holperigen Strecke Weges in die korrekte Richtung zu führen ernst nimmt, dass solch ein Mensch sich auch ernsthaft damit auseinander setzt und in sich horchen möchte, ob er dem auch noch in den kommenden Jahren gewachsen sein wird. Und wen wir dieses Streben ernst nehmen, dann darf er sich dazu auch die Zeit nehmen, die er braucht, denn in den zurückliegenden Jahren hat der Bürgermeister nachgewiesen, dass er und sein Team, dem er den Kitt fürs erfolgreiche Tagesgeschäft liefert, Unna aber mal so richtig gut tun.

Ebenso hinterfragbar wie die Behauptung vom Machtbewusstsein Werner Kolters ist die Annahme, dass SPD-Vorsitzender Volker König politisch „kaum wahrnehmbar“ sei. Wenn jemand die Kunst beherrscht, sein Amt ohne Getöse mit höchster Effizienz zu führen, dann ist es er. Wieder sind wir bei der Herkunft des Begriffes Macht (Können). Er kann, was er tut und tut mehr als die Umgebung wahrnehmen kann. Vorsitzende sind nicht dazu da, sich allumfassend durch Partei und Stadt zu poltern, sie sind integrale Figuren, die Fakten herbei führen und nicht mit Krakel herbei zwingen.

Rollenexegese in einem politischen Feld macht ja durchaus vergnügliche Grundstimmung. Visionen von Rollen, die mensch zukünftig spielen möchte, kosen das individuelle Selbstbewusstsein, spielen aber auch gern mal den Streich der Selbstüberschätzung. Und das Kleinreden von Rollen, die aktuell gegeben werden, kann leicht dazu führen, dass Unterschätzungen eintreten, deren Folgen aber auch niemand will.

 

1 comment for “Macht, das kommt von „magan“, und das heißt Können, und können kann nicht jede und jeder

  1. Manfred Hartmann
    18. Juni 2014 at 15:07

    Mir sei ja gegönnt es etwas direkter auszusprechen: die Wahrnehmbarkeit des SPD-Fraktionsvorsitzender sagt allein noch nichts über die politischen Substanz seiner Beiträge aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.