Da fehlen doch ein paar Prozentpunkte: Und plötzlich fehlt manchen die Zugkraft des charismatischen Werner Kolter

Komisch, als Werner Kolter 2005 und 2009 durch sein persönliches Charisma und sein sympathisches Auftreten, vor allem durch seine untadelige Fairness gegenüber jedem Mitbewerber maßgeblicher Stimmenbringer für die Unnaer SPD war, da gab es aus bestimmten Bereichen gern mahnende Stimmen, dass seine Rolle doch auch nicht so überschätzt werden möge. Und nun, da einige Prozentpunkte fehlen, dass von einem untadeligen Wahlerfolg gesprochen werden könnte, da schallt es aus denselben Bereichen, dass seine Zugkraft gefehlt habe, weil er ja nicht wie andere kommunale Spitzenbeamte ein Jahr früher als geplant auch seine Kandidatur parallel mit den kommunalen Wahlen in den Ring geworfen habe.

Ist ja noch ein Relikt aus den Zeiten, als CDU und FDP in NRW ziemlich blödsinnige Ideen umsetzten, weil die ja die Mehrheit hatten. So was wie Turboabitur oder die Trennung von Bürgermeister- und Ratswahlen, zwischen die ja markante 12 Monate gelegt wurden. Daher durften die Amtsinhaber für 2014 unschädlich für die eigene Person wählen, ob sie mit den Parteien antreten wollten oder ihre Amtszeit, die bis 2015 eigentlich reichte, ausschöpfen wollten. Werner Kolter entschied sich für letzteres.

So, nun kann man lange darüber streiten, ob das gut oder schlecht gewesen sei, auf keinen Fall kann man aber darüber streiten, ob dies der entscheidende Grund für ein nicht mehr so erfolgreiches Abschneiden seiner Partei, der SPD war. War es sicher nicht. Klaus Tibbe, der in Hemmerde erfolgreich die Position als Ratsherr mit einem sehr guten Ergebnis souverän verteidigte, brachte es auf den Punkt. „Man erreicht ein bestimmtes Wahlergebnis nur durch persönliches Zutun“, sagte er, der Mann, der mit Abstand die meisten Stimmen in absoluten Zahlen für seine Partei holte: 710 an der Zahl.

Recht hat er, und Klaus Tibbe hat es geschafft, dass seine Person im ländlichen Hemmerde hoch anerkannt ist und als zuverlässig wahrgenommen wird. Das erfordert eine ganze Menge persönliches Zutun, und von ihm kam zu keiner Zeit die Klage, dass es ja an mangelnder Zugkraft durch den Bürgermeister fehle. Allerdings hörte man zuvor von ihm auch nie, dass diese Zugkraft in Zeiten des allgemeinen SPD-Erfolges zu vernachlässigen sei.

Merke: Erfolg hat stets immer nur die Väter und Mütter, die den Erfolgreichen gefallen. Und wenn es mal nicht so läuft wie erwartet, dann findet sich schleunigst eine oder ein Verantwortlicher, dass man selbst nur ja jedes „miss“ von sich weisen kann.

Aber merke auch: Der SPD kann man eigentlich auch keinen Misserfolg nachsagen, die Verlustbereiche sind geografisch im Stadtgebiet sehr stellenweise auszumachen und – die Wählerinnen und Wähler konnten sich noch nie auf so viele einzelne Parteiorganisationen verteilen. Und ob verloren worden ist, dass stellt sich in den kommenden Jahren heraus, denn dann wird sich zeigen, ob die Ergebnisse der Wahlen für Unna und seine Bürgerinnen und Bürger das Beste gebracht haben. Denn den wichtigsten Erfolg erreichen Kommunalpolitikerinnen und -politiker für ihre Stadt und nicht für sich oder ihre Partei und das gilt für alle, jetzt sieben an der Zahl.

„Man erreicht ein bestimmtes Wahlergebnis nur durch persönliches Zutun.“ (Klaus Tibbe)

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