Es fehlt an ausreichend Nachwuchs: Bönen ist meist gefährdet durch Ärztemangel

Kreis Unna. Rein rechnerisch gibt es aktuell genug Hausärzte im Kreis. Doch mehr als ein Drittel der Hausärzte zwischen Selm und Schwerte ist älter als 60 Jahre. Mit dem Thema Ärzteversorgung befasste sich daher die 9. Kreisgesundheitskonferenz.

Auf dem Podium bei der 9. Kreisgesundheitskonferenz: Gesundheitsdezernent Norbert Hahn, Dr. Thomas Huth (Mein Gesundheitsnetz), Landrat Michael Makiolla, Ansgar von der Osten (KVWL), Fachbereichsleiter Josef Merfels und Klaus Bisping (Apothekerkammer Westfalen-Lippe). Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Auf dem Podium bei der 9. Kreisgesundheitskonferenz: Gesundheitsdezernent Norbert Hahn, Dr. Thomas Huth (Mein Gesundheitsnetz), Landrat Michael Makiolla, Ansgar von der Osten (KVWL), Fachbereichsleiter Josef Merfels und Klaus Bisping (Apothekerkammer Westfalen-Lippe). Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Schon jetzt ist der hausärztliche Versorgungsgrad beispielsweise in Bergkamen auf 88 Prozent gesunken, Bönen gilt laut Landesgesundheitsministerium bereits seit 2009 als gefährdet. Mittelfristig werde sich das Problem auch deshalb verschärfen, weil der Hausärzte-Nachwuchs fehle, warnt Gesundheitsdezernent Norbert Hahn: „In fünf bis zehn Jahren ist praktisch jeder Ort betroffen.“

„Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger haben einen Anspruch auf eine adäquate ärztliche Versorgung“, sagt Landrat Michael Makiolla. „Dies sicherzustellen, ist meine Erwartung an die verantwortlichen Versorgungsträger.“

Zuständig für die Sicherstellung der Ärzte-Versorgung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen. Ansgar von der Osten von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stellte auf der Kreisgesundheitskonferenz die neue Struktur der Bedarfsplanung mit Hausärzten und Fachärzten vor. Dr. Thomas Huth, der Geschäftsführer des Ärzte-Verbundes „Mein Gesundheitsnetz“, in dem Ärzte aus dem gesamten Kreis Unna organisiert sind, ging auf die hausärztliche Versorgung in Pflegeheimen ein. Wie es mit dem Apothekennotdienst im Kreis klappt, skizzierte Klaus Bisping von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Die Gesundheitskonferenz kam zu dem Ergebnis, dass die Politik die medizinische Versorgung intensiv im Blick behalten wird. Der nächste Gesundheitsausschuss des Kreises wird sich mit dem Thema auseinandersetzen. – Birgit Kalle

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