Schlechte Zähne sind bei Kindern schlecht verdienender Eltern häufiger

Kreis Unna.  Wer gesunde Zähne haben möchte, muss früh mit der Pflege anfangen. Daher setzt  der Zahnärztliche Dienst des Kreises bei den Jüngsten an: Im vergangenen Jahr wurden 27.024 Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen untersucht.

Die gute Nachricht: Die große Mehrheit der Kinder erfreut sich – nicht zuletzt aufgrund der vom Kreis Unna durchgeführten Vorsorgemaßnahmen – gesunder Zähne. Doch die Untersuchungen der Zahnärzte des Kreises zeigen auch, dass das Vorkommen von Karies eng mit dem gesellschaftlichen Status verknüpft ist.

„Eltern sozial benachteiligter Schichten gehen mit ihren Kindern nicht im notwendigen Maß zum Zahnarzt“, sagt Dr. Claudia Sauerland, Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes. Das führt mit dazu, dass 20 Prozent der Kinder fast 80 Prozent der Karieslast tragen – mit Folgen für ihre gesamte gesundheitliche Entwicklung.

Der Zahnärztliche Dienst will diese Situation verbessern und besucht daher Kinder in Schulen und Kitas im gesamten Kreisgebiet. „Spätestens in der Grundschule erreichen wie die Kinder, die den Weg in die Zahnarztpraxen bis dahin noch nicht gefunden haben“, sagt Dr. Claudia Sauerland.

Insgesamt wurden im Schuljahr 2012/13 die Zähne von 27.024 Kindern und Jugendlichen (2011/12: 28.332) untersucht. Der Anteil von unter Dreijährigen hat sich dabei seit dem Jahr 2000 fast verzehnfacht und liegt aktuell bei über 11 Prozent. „Wir entwickeln neue Ansprachemuster und Strategien, um diese Kleinkinder zu erreichen“, sagt Dr. Claudia Sauerland. – Birgit Kalle

Beitragsbild: Prophylaxe-Fachkraft Heike Reimann vom Zahnärztlichen Dienst des Kreises zeigt am Modell, wie Kinderzähne richtig geputzt werden. Foto: B. Kalle – Kreis Unna

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