Nicht so ganz einfach, ein geprüfter Waidmann zu werden

Kreis Unna. Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, benötigt einen Jagdschein. Den gibt es aber erst nach bestandener Jägerprüfung. Diese Voraussetzung erfüllen jetzt neue 15 Jäger, die 2013 ihr „Grünes Abitur“ bestanden haben.

18 Teilnehmer traten im vergangenen Jahr im Kreis Unna zur Jägerprüfung an, 15 legten sie mit Erfolg ab. Das geht aus der Jahresstatistik der Unteren Jagdbehörde hervor. Zum Vergleich: 2012 wollten 15 Prüflinge Waidleute werden, 14 davon bestanden sie.

Nicht zu Unrecht wird die Jägerprüfung häufig als „Grünes Abitur“ bezeichnet. Um überhaupt zugelassen zu werden, müssen Interessenten ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, die Schulung zur „Kundigen Person“ absolviert haben und an einem Seminar über die sichere Handhabung und das Schießen mit einer Kurzwaffe teilgenommen haben.

Die Jägerprüfung selbst ist komplex und besteht zunächst aus einer schriftlichen Prüfung mit 100 Fragen aus vier Fachbereichen. Ist dieser erste Prüfungsteil erfolgreich absolviert, erfolgt die Zulassung zu Schießprüfung und zur mündlich-praktischen Prüfung. Dabei werden drei Prüflinge circa eineinhalb Stunden lang über alle Fachgebiete hinweg geprüft.

Das Mindestalter zum Zeitpunkt der Prüfung ist 15 Jahre. Bei Nichtbestehen der Schießprüfung und/oder der mündlich-praktischen Prüfung kann die Prüfung einmal wiederholt werden. Im vergangenen Jahr nahmen zwei Prüflinge diese Möglichkeit in Anspruch.

2013 wurden insgesamt 562 Jagdscheine erteilt, davon 126 Ein-Jahres-Jagdscheine, zwölf Zwei-Jahres-Jagdscheine, 412 Drei-Jahres-Jagdscheine, drei Tages-Jagdscheine, drei Ausländer-Tages-Jagdscheine, ein Dreijahres-Falknerschein, zwei Jugend-Jagdscheine und drei Umschreibungen von einem Jugend- zu einem Erwachsenen-Jagdschein. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 wurden insgesamt 656 Jagdscheine ausgestellt. – Birgit Kalle

Beitragsbild: Keine Sorge, du hast noch Schonzeit, und die geprüften Jäger im Kreis Unna wissen das. (Foto Rudi Bernhardt)

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