Gewagter und kostspieliger Schachzug der SPD: Kreis soll zunächst die Kosten der Schulsozialarbeit absichern

Kreis Unna. Die Sozialdemokraten sind das endlose Gezerre um die Finanzierung der Schulsozialarbeit leid und wollen sie jetzt übergangsweise aus Mitteln des Kreises finanzieren – zunächst bis Mitte kommenden Jahres.

Die Notwendigkeit ist über die Parteigrenzen unbestritten – und trotzdem gibt es seit Monaten ein Tauziehen zwischen Kommunen, Land und Bund. Der finanziert die Schulsozialarbeit nur noch bis Mitte 2014 aus Mitteln des  Bildungs- und Teilhabepakets.

Da soll jetzt nach dem Willen der SPD-Kreistagsfraktion der Kreis einspringen und trotz angespannter Haushaltslage 1,1 Millionen Euro bis Ende des Jahres und noch einmal eine Million in 2015 lockermachen. Außerdem muss er mit Rückzahlungsforderungen für in den Vorjahren zuviel gezahlte Gelder rechnen. Landrat Michael Makiolla wird unterdes aufgefordert, die Verhandlungen mit Land und Bund energisch fortzusetzen. Ein entsprechender Antrag wurde für die Kreistagssitzung am 6. Mai eingebracht.

„Damit sind die Arbeitsplätze der Sozialpädagogen abgesichert, ihre verdienstvolle Arbeit kann fortgesetzt werden“, sagt Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Denn seit Jahren setzt sich der Trend fort, dass der Bund nur für einen Teil der zumeist staatlichen Sozialaufwendungen aufkommt und die Kommunen auf den restlichen Zahlungen sitzen lässt. Die Folge: Längst nicht nur der Kreis Unna ist in eine finanzielle Schieflage geraten, die selbst durch Einsparungen im Etat längst nicht mehr aufzufangen ist. „Lassen wir die Schulsozialarbeit aber liegen, wird der finanzielle Aufwand für die Behebung der Folgeschäden später noch ungleich höher“, so Brigitte Cziehso.

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