Karl Feldkamps Gedanken zum Autofahren: Kreative kommen durch

Als aufmerksame Bewohner des Autofahrerlandes Deutschland ist Ihnen das Phänomen sicherlich schon aufgefallen: Immer weniger Autofahrer und -fahrerinnen zeigen mit blinkenden Lichtzeichen ihre Absicht zur Richtungsänderung an. Es gilt zu erraten, ob und wann ein PS-starker, allradgetriebener, mit Matsch bespritzer Geländewagen vor Ihnen ohne Vorankündigung die Autobahnspur wechselt.

Im Gelände käme sein Fahrer schließlich auch nicht auf die Idee, die Richtung anzuzeigen. Verkehrsteilnehmer sollen halt vorausschauend erspüren, welche Richtung im übrigen nicht nur Gelädewagen sowie forsche BMW- oder Audi-Fahrer einzuschlagen gedenken. Selbst Kleinwagen halten da mit.

Allein Sonntagsfahrer mit Hut und bestrickter Toilettenpapierrolle auf der Ablage ihrer Limousine halten verlässlich die (mittlere) Spur.

Ohne überraschende Fahrmanöver kommt offensichtlich der moderne Autofahrer kaum mehr an sein Ziel. Die deutsche Regelgläubigkeit geht nicht nur auf den Straßen von vollkommen überholten Realitäten aus, denn längst ist Regelverstoß die Regel. Der Straßenverkehr wird zum Übungsfeld für realitätsgerechtes Verhalten in der Ellenbogen-Gesellschaft und Regeln allenfalls zu individuell auszulegenden Empfehlungen.

Nun produzieren deutsche Parlamentarier ständig neue Regelungen und Gesetze, gegen die selbst Gesetzgeber  inzwischen verstoßen (ungewollt, versteht sich). Denken Sie nur an die jährliche Flut von Steuergesetzen, die angeblich seit Jahren vereinfacht werden sollen.

Wer glaubt, nach Jahrzehnten Fahrpraxis die Führerscheinprüfung zu bestehen, fiele trotz aller Erfahrung durch, obwohl er unfallfrei, aber in Unkenntnis mancher neuen Verkehrsregel auf öffentlichen Straßen unterwegs ist.

Jenseits aller gesetzlichen Verkehrsregeln gilt daher, nur wer auf Autobahnen seinen Blinker kreativ einsetzt und links blinkt, um rechts auf dem Standstreifen zu überholen, kommt zeitgerecht ans Ziel. Rücksichtsvolle Regelgläubige hingegen fahren brav stopp and go und verstoßen dennoch gegen Gesetze, die selbst Regelgläubigste noch nicht kennen.

So bleibt nicht nur auf der Straße offenbar eine einzige realistische Alternative:  Täuschen und nicht erwischen lassen.

Karl Feldkamp wurde 1943 in Lübeck geboren und lebt seit 2011 In Engelskirchen-Wallefeld. Er schreibt Lyrik, Prosa, Satire, Aphorismen und Rezensionen. Bisher veröffentlichte er 5 Bücher, (darunter AngstAugen, Dittrich Verlag, Köln 1997) ein E-Book, ein Hörspiel sowie Lyrik und Prosa im In- und Ausland in Literaturzeitschriften, Schulbüchern, Anthologien und im Rundfunk. 2 Bücher gab er zudem heraus. Er erhielt den Xylos-Lyrikpreis 1981, 2009 den Preis des Stadtverbandes Kultur Bergisch Gladbach Der Bopp. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) sowie in diversen Kulturinitiativen. Sein Motto: Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.

Karl Feldkamp wurde 1943 in Lübeck geboren und lebt seit 2011 In Engelskirchen-Wallefeld. Er schreibt Lyrik, Prosa, Satire, Aphorismen und Rezensionen. Bisher veröffentlichte er 5 Bücher, (darunter AngstAugen, Dittrich Verlag, Köln 1997) ein E-Book, ein Hörspiel sowie Lyrik und Prosa im In- und Ausland in Literaturzeitschriften, Schulbüchern, Anthologien und im Rundfunk.
2 Bücher gab er zudem heraus. Er erhielt den Xylos-Lyrikpreis 1981, 2009 den Preis des Stadtverbandes Kultur Bergisch Gladbach Der Bopp. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) sowie in diversen Kulturinitiativen. Sein Motto: Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.

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