Unna ehrt im Ratssaal mit Wilhelm Buschulte einen großen Künstler unserer Stadt

Unna. Der Ratssaal wäre nüchtern geworden ohne seine Kunst. Am 28. März 2013 verstarb der Unnaer Künstler Wilhelm Buschulte im Alter von 89 Jahren. Die Kreisstadt Unna würdigt gemeinsam mit den Unnaer Kirchen seine besonderen Verdienste im Rahmen einer Gedenkstunde am Sonntag, den 6. April 2014, um 14 Uhr im Ratssaal des Rathauses Unna.

Die Fenster des Ratssaales im Unnaer Rathaus sind Arbeiten von Wilhelm Buschulte. Wunderbar ist immer wieder das Lichtspiel bei natürlich wechselnder Beleuchtung von außen. (Foto: Rudi Bernhardt)

Die Fenster des Ratssaales im Unnaer Rathaus sind Arbeiten von Wilhelm Buschulte. Wunderbar ist immer wieder das Lichtspiel bei natürlich wechselnder Beleuchtung von außen. (Foto: Rudi Bernhardt)

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben Rednern von Stadt, Kirche und aus der Welt der Kunst wird die Gedenkstunde von Pauline Stephan auf dem Cello musikalisch bereichert.

Wilhelm Buschulte wurde am 1. November 1923 in Unna-Massen geboren. 1943 begann er sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München. Nach Krieg, Verwundung und Studium zog es den freischaffenden Künstler jedoch wieder in seine Heimatstadt Unna. Hier lebte er ab 1953 bis zu seinem Tod am 28. März 2013. Neben Josef Baron, Carlernst Kürten und Ernst Oldenburg gehörte Wilhelm Buschulte zu den wichtigsten Unnaer Künstlern.

Wilhelm Buschulte malte seit seiner Jugend und arbeitete in seinen mehr als sechs Jahrzehnten künstlerischen Schaffens  an Werken mit unterschiedlichen Motiven und Techniken. Diese waren auch in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Seine besondere künstlerische Bedeutung errang Wilhelm Buschulte jedoch vor allem durch seine neuartige, moderne Glaskunst. Bei dieser arbeitete er nicht im Mosaikstil, sondern „malte“ wie in Aquarell- oder Pastelltechnik auf dem Glas.

Tief verwurzelt im Glauben fand Wilhelm Buschulte in religiösen Themen das Hauptmotiv seiner Glaskunst.  Dies ist auch in seinen Werken an über 300 überwiegend sakralen Gebäuden in ganz Deutschland zu erkennen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehörten die Glasmalereien der Paulskirche in Frankfurt, Maria Königin in Saarbrücken, der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur in Berlin, des Aachener und Paderborner Doms sowie St. Maria im Kapitol, St. Ursula und St. Gereon in Köln.

In Unna gestaltete der Künstler die Fensterverglasung an katholischen und evangelischen Kirchen und an weiteren, profanen, Gebäuden wie im Ratssaal des 1987/1988 gebauten Rathauses. So hat Wilhelm Buschulte auch in seiner Heimatstadt sichtbare künstlerische Spuren hinterlassen.

Sein umfangreiches Schaffen fasste Annette Jansen-Winkeln 1999 in ihrer Monographie „Künstler zwischen den Zeiten – Wilhelm Buschulte“ zusammen. Das Werkverzeichnis listet rund 2000 Glasmalereien, Malereien und Graphiken auf, die Wilhelm Buschulte bis dahin gestaltet hatte. Der Katalog „Spätwerk und Rückblick“, der im Dezember 2013 veröffentlicht wurde, ergänzt die Monographie um Werke der letzten Schaffensjahre des Künstlers.

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