Tatsache bleibt: Bei sinkenden Schülerzahlen wird irgendwann auch die Zahl der Schulen sinken

Wenn Eltern mal ordentlich Krach schlagen, dass eine Schule, die von ihren Kindern besucht wird, vor dem existenziellen Aus steht, ist das nicht nur zu akzeptieren, es ist aus ihrer Sicht verständlich und man muss ernsthaft damit umgehen.

Nur ein paar Gedanken dazu, die bei aller subjektiv berechtigten Kritik noch ins Argumentationsgeflecht eingewirkt werden sollten.

Als fünf Jahre lang CDU und FDP in unserem Land die Schulpolitik bestimmten, sagten schon damals Fachleute beinahe lächelnd voraus, dass deren beklatschte Entscheidungen, wie beispielsweise das „Turbo-Abitur“, die Einschulungsfrequenz unter den weiterführenden Schulen besonders bei den Gesamtschulen befeuern würden und letztlich den Realschulen schaden.

Denselben Effekt hatte auch die eigentümliche Entscheidung, das an Grundschulen zwar mittels erheblichem Arbeitsaufwand Empfehlungen verfasst werden, welches Kind vermutlich an welcher weiterführenden Schule am besten aufgehoben wäre, dem Inhalt dieser Empfehlung aber auch jede bindende Wirkung genommen wurde. Das tat den Anmeldezahlen der Gymnasien gut, das tat jedoch dem Realschulsystem richtig weh, denn es gab reichlich Eltern, die meinten, dass eine Realschulempfehlung auch ausreiche, um auch gymnasial bestehen zu können.

Für Königsborn hatte sich Unna eigentlich etwas Schlaues ausgedacht, nämlich die ernsthaft miserable Unterbringung der Anne-Frank-Realschule insofern zu beheben, als dass Gymnasium, Gesamtschule und Realschule in einem Gebäude zusammen glücklich werden könnten, was bei erkennbar sinkenden Geburtenzahlen und damit vermuteten schwächeren Schülerzahlen in Zukunft für machbar gehalten wurde.

Aber da gab’s Widerstand von Gymnasium wie Gesamtschule. Beiden Seiten war zwar klar, dass damit der Realschule ein Beinchen gestellt wurde, das war offenbar aber billigend in Kauf genommen worden. Also gab es kein Konzept der drei Schulen gemeinsam, Anne-Frank-Realschule blieb eincontainert und damit absehbar benachteiligt im Meldeprozess.

Tatsache aber bleibt, dass in den kommenden Jahren die Schülerzahlen nicht mehr steigen werden, eher gegenteilige Neigung zeigen werden. Eine der beiden Unnaer Realschulen also in jedem Fall irgendwann unter Substanzmangel zu leiden haben würde. Vorteil für die Massener blieb allerdings der Umstand, dass sie aus Unnaer Stadtbereichen u n d aus der Gemeinde Holzwickede „befüllt“ wird. Anne-Frank-Realschule hat das kleinere Einzugsgebiet, eindeutig.

Keiner der Unnaer Schulen – und das gilt für alle Formen und Stufen – keiner kann nachgesagt werden, es mangele ihr an Qualität oder pädagogischem Konzept. Keiner darf unterstellt werden, sie bemühe sich n i c h t ihren Bestand aus eigener Kraft zu sichern. An der Tatsache, dass absehbar weniger Schulkinder an die Türen der bestehenden Schulen klopfen, tragen viele Faktoren Schuld, aber nicht die Schulen, auch nicht Schulträger.

Es wird auch in den klassischen Schulstädten irgendwann weniger Schulen geben als heute noch existieren. Zu Recht können Eltern fordern, dass dann, bei größerem Raumangebot, kleinere Klassen geschaffen werden sollten. Dieser Wunsch wäre dann aber beim Landesgesetzgeber angebracht, von dem aber auch das Geld bereitzustellen wäre, den Wunsch zu erfüllen – sowohl was die räumlichen Voraussetzungen angeht als auch die pädagogisch-konzeptionellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.