Kreis will mit einem Schulbegleiter-Pool die Inklusion aktiv begleiten

Es gibt Helfer, ohne die vielen Kindern mit Behinderung der Schulbesuch nicht möglich wäre: Schulbegleiter. Ihre Zahl ist parallel zur Inklusionsdiskussion immens gestiegen. Auf die neuen Anforderungen hat der Kreis mit der Gründung eines Schulbegleiter-Pools reagiert. 

Landrat Makiolla (5. von links) mit den Beteiligten aus dem Schulbegleiter-Pool an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil. Foto: B. Kalle | Kreis Unna

Landrat Makiolla (5. von links) mit den Beteiligten aus dem Schulbegleiter-Pool an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil. Foto: B. Kalle | Kreis Unna

Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt startete mit Beginn des Schuljahres 2012/13 und ist an den beiden kreiseigenen Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erfolgreich angelaufen. Inzwischen werden an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil und der Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede zehn Schüler von neun Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und zwei Heilerziehungspflegern im Anerkennungsjahr betreut.

Seit 2010 ist die Zahl der Schulbegleiter im Kreis Unna für Kinder mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung von 75 auf heute 196 gestiegen. Hinzu kommen 154 speziell für die Bedürfnisse von Kindern mit seelischer Behinderung ausgebildete Kräfte, die über die Jugendhilfe finanziert werden. „Mit dem Pool haben wir einen Weg gefunden, der steigenden Nachfrage nach Schulbegleitern effizient gerecht zu werden“, sagt Landrat Michael Makiolla. Das Modell sei durchaus auch auf andere Schulen im Kreis übertragbar.

Die Pool-Lösung hat mehrere Vorteile: Die Schulbegleiter sind eng an die jeweiligen Schulen angebunden und können damit bedarfsgerecht und flexibel eingesetzt werden. Sollte die Zusammenarbeit zwischen Schüler und Schulbegleiter ausnahmsweise nicht klappen, können die Eins-zu-Eins-Zuordnungen unproblematisch getauscht werden. Auch für die Schulbegleiter ist die Lösung ein Gewinn. Die FSJ’er können als Schulbegleiter ausloten, ob für sie ein Beruf im Bereich der Behindertenhilfe oder ein Lehramtsstudium für sie in Frage kommt. Die Heilerziehungspfleger im Anerkennungsjahr bringen ihre Fachkenntnisse ein.

Schulbegleiter – früher „Integrationshelfer“ genannt – sind keine Lehrkräfte. Sie begleiten Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Unterricht und unterstützen dort, wo es nötig ist. Sie helfen Schülern im Rollstuhl beispielsweise beim Toilettengang, begleiten sie in den Pausen oder sind gefragt, wenn es um den Schwimmunterricht geht, den ein Kind im Becken nicht allein absolvieren soll.
Birgit Kalle

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