Alle Macht den Märkten

Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP), hört sich ganz unverfänglich an, liest sich partnerschaftlich und freihändlerisch, ist doch immer gut, oder? Klar, wer auf chlorgebleichte Hähnchen steht, oder wachstumshormonisiertes Rindvieh, oder Chemiezeugs, das am Ende resistente Wildkräuter schießen lässt, die dem Menschen sprichwörtlich über den Kopf wachsen. Oder, wer es cool findet, dass die Freiheit der Wirtschaft auf die Spitze getrieben wird, so dass jedes globalplayende Unternehmen einen Freihandelsstaat verklagen kann, weil der ein umsatzstörendes Verbraucherschutz- oder Umweltrecht erlässt.

Klasse Aussichten, nicht wahr. Wie das Transatlantic Trade and Investment Partnership-Abkommen, kurz TTIP getauft, aussehen soll, darüber verhandeln die USA und die EU. Genauer, die US-Wirtschaftslobby und die EU-Kommission nebst angeschlossener Lobbyisten-Beratung europäischer Provenienz.  Sie tun das im Geheimen, lassen eher tröpfchenweise Informationen an die parlamentarischen Gremien sickern und dürren heimlich das aus, was sie sich selbst ja am liebsten auf die selbstgerechten Brüste heften: den Verbraucherschutz.

Wenn bisweilen über das Verhandeln berichtet wird, wenn wirklich Journalisten am Werk sind, dann kommt zu wenig attraktiven Sendezeiten ans Licht, was der eigentliche Sinn des Ganzen zu sein scheint. Die Entstaatlichung wichtiger und unverzichtbarer gesellschaftlicher Errungenschaften, die Ebnung von Wegen zur Unterordnung aller Interessen einem Marktdiktat, die Entpolitisierung jedes Einflusses auf den Verbraucherschutz.

Alle Macht den Märkten und denen, die daran verdienen.

1 comment for “Alle Macht den Märkten

  1. 20. März 2014 at 14:06

    …wie wär´s denn mal mit etwas mehr Entschleunigung beim regierungsverordneten Wachstum der verbraucherunfreundlichen Märkte? Ich beteilige mich dabei!

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