Von der Kunst des Brückenschlags zwischen dem Leistbaren und dem geschwollenen Machbaren

Es wird und wird nicht mehr... eher immer weniger.

Es wird und wird nicht mehr… eher immer weniger.

 

 

 

 

 

 

Brücke hier – ja klar, Kessebüren braucht Ersatz für das uralte Eisenbahnviadukt. Brücke da – aber natürlich, die Brücke über die Zechenstraße, ebenfalls eine Eisenbahnüberquerung kann nur ersatzweise umfahren werden. Schließlich wohnen da ein paar Menschen mehr als Im Süden. Nachdem aus Berlin aber eindeutig schallt, dass die im Koalitionsvertrag beschriebenen finanziellen Soforthilfeversprechen Makulatur sind und nur schwachbrüstige Wutbürgerschaft im bundespolitischen Raum laut wird, geht es anscheinend jetzt eher darum, ganz andere Brücken zu schlagen. Die zwischen dem bescheidenen Leistbaren und dem geschwollenen „Machen wir“-Gebahren.

„Wir müssen uns jeden Euro überlegen“, mahnt öffentlich FLU-Sprecher Klaus Göldner. Recht hat er. Und forderte kürzlich noch Millionen davon sollten doch die Sanierung der Fußgängerzone gebuddelt werden. Unterschied: Beide Brücken sind nachweislich schrottig gewesen, als ihr zukünftiger Ersatz geplant werden musste, die FuZo wurde von Klaus Göldner als Sanierungsfall entdeckt… als der Wahlkampf wetterleuchtete.

Einschub: Jede und jeder, der mal strauchelte und sich in Unnas City verletzte, hegt berechtigten Ärger über seinen Unfall, sieht Verantwortliche dafür, dass dieser geschah. Vor solchen ist man aber nirgenwo gefeiht. Sobald der Mensch sich in Bewegung setzt, beginnt für ihn und andere ein gewisses Risiko.

Zurück zu Brücken und dem Berliner Krücken, dass den Kommunen zeitnah finanziell geholfen werde. Nun soll eine Stadt Lösungen zaubern, auf fest versprochenes Geld verzichten, aber gleichzeitig alle laufenden Prozesse erledigen, auf die sich Bürgerinnen und Bürger alltäglich verlassen. Funktionierende Infrastruktur gehört dazu… und im zweitgrößten Stadtteil sowieso. Und dann die Steuer am liebsten wieder senken bei gleichzeitiger Erfüllung von Sonderwünschen weil ja Wahlkampf ist. Superman ist nix dagegen, wenn wer das schaffen sollte. Schafft aber keiner.

Wer glaubt, mit einem Wettbewerb der unbegrenzten Leistungsfähigkeit die nahe Zukunft bewältigen zu können, der glaubt auch daran, trockenen Fußes den Bornekampteich zu überqueren sei kein Ding. Wer glaubt, es reiche, beim Wettbewerb um die verbliebenen Millionen für sein Dorf oder seinen Stadtteil das meiste aus dem Kuchen zu schneiden, der denkt am dünnen Ende nicht daran, dass Unnas unbestreitbare Attraktivität das Ergebnis aus der Summe aller seiner schönen Facetten ist und als Gesamtheit bestmögliche Pflege verdient.

Wer aber denkt, dass es richtig wäre, einen Wettbewerb des kreativen Realismus zu beginnen und den als gemeisamen, unideologischen und bewusst propagandaarmen Denkraum begreift, der kann zumindest auf Teillösung des Dilemmas hoffen, das weit über die Brücken hinaus geht.

Back to the roots: Auf kommunaler Ebene ist das über die politischen Parteien von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Ratsmitglied der ehrenamtlich tätige Teil der Verwaltung – kein Regierender oder Oppositioneller oder gar Gegenspieler derselben. Und allesamt haben sie der Stadt Bestes zu suchen.

1 comment for “Von der Kunst des Brückenschlags zwischen dem Leistbaren und dem geschwollenen Machbaren

  1. J.M.
    18. März 2014 at 19:08

    Da bin ich mal gespannt, was die SPD so alles verspricht. Haben sie doch in der Vergangenheit immer mit großen Händen Geld unters Volk geschleudert. Oder verbrannt kann man im Fall von Lindenbrauerei und Stadthalle sagen. Was ist davon für die Bürger geblieben ? Nichts ! Investitionen in die Fußgängerzone sind bleibende Investitionen für die Bürger.

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