Warum nehmen wir dieses Thilo eigentlich ernst?

Nun rumpeln alle Presse-Eliten, rüffeln alle Polit-Korrekten, rudern alle Emanzipations-Folger in heller Empörung mit den Ärmchen und sind sich mann-frauhaft einig: Der neue Sarrazin ist ja noch übler als der vorherige.

Kaum ein ernst zu nehmendes Organ, das sich nicht mit dem Thilo (das ist der, der so fotogen mit den silberblickenden Augen des Allwissens durch seine Intellektuellen-Brille über seinen Intellektuellen-Schnäuzer blinzelt) und seinen schrill-wirren, aber viel Geld einbringenden Gedanken zur Gesellschaft im Allgemeinen, zur deutschen im Besonderen und zur modernen im Grausen beschäftigt. Genau das braucht dieser Neo-Nietzsche, ordentlich Rumor um seinen Flachverstand, den er auch den Seiten seines neuesten Sellers (das Best als Vorsilbe widerstrebt mir) kübelt, damit die 100.000-er Erstauflage bloß wieder durch die Decke knallt und sich der Million nähert.

Mich wundert nur eines: Thilo ist doch verheiratet, nachweislich mit einer Frau, denn die hat ja auch schon einmal ein Buch geschrieben, und sie war mal Lehrerin. Dass er verletzungsfrei auch vor ihren Ohren davon schwadronieren kann, Frauen seien im Hirngewicht nachweislich den Männern unterlegen, macht mich stutzig. Aber vielleicht reichte es Frau Thilo ja auch, ihrem übergewichtigen Gattenhirn zweimal das Abendessen zu verweigern.

Wird ihm wohl nicht weiter geschadet haben, denn er muss ja lesen, Platon, Sokrates, Machiavelli und viele mehr, dass er festellen muss, er habe ja schon alles vorgedacht, was die zu Papier, Papyros oder Hinkelstein gebracht hatten. Ach, und allabendlich muss er vor dem TV, wo sie auch gerade über das Neuerscheinen seiner Buches berichten, ja die letzten Berechnungen zum Bau der Pyramiden von Gizeh anstellen, wer sonst könnte das fehlerfrei hinkriegen?

Dafür, dass der Thilo nichts anderes war als ein Banker, also einer von den hochbezahlten Zockern ohne Spielcasino, entdeckt er erstaunlich viele und offenbar sekündlich neue Begabungen an sich und überrascht sich selbst und seine Umgebung mit Talenten, von deren Existenz andere noch nichts ahnten.

Gelänge es klarer, dem Herrn öffentlich zu attestieren, dass er erstens schlechtes Deutsch von sich gibt, zweitens kraus zusammengestoppeltes Halbwissen verquirrlt, drittens nichts anderes im Sinn hat als möglichst viel Geld zu verdienen und dabei möglichst viel Aufmerksamkeit auf seine Person zu lenken, wären wir schon ein gutes Stück weiter. Aber was tun wir im Lande? Alle tun so als müssten sie sich über Thilo furchtbar aufregen und nehmen den eitlen Pfau dabei ernst. Und das genau will er.

 

2 comments for “Warum nehmen wir dieses Thilo eigentlich ernst?

  1. 25. Februar 2014 at 13:04

    Wer ist das? Sarazin?

  2. reinhardjacob
    24. Februar 2014 at 18:30

    …am Besten, gar nicht lesen, ha!!!

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