Von verblüffenden Kandidaturen, Austritten fürs Antreten und inhaltsschweren Begründungen

Erik O. Schulz kandidiert in Hagen für den Posten des Oberbürgermeisters, der wird vakant, weil Amtsinhaber Jörg Dehm (CDU) kein zweites Mal antreten will. Er hat Heimweh nach Mülheim/Ruhr, will zur Familie.

Erik O. Schulz ist Geschäftsführer der Agentur Mark, wollte schon 2009 kandidieren, aber die SPD ließ ihn nicht, wählte lieber Jochen Weber, den damaligen Fraktionsvorsitzenden. Er wurde aber auch nicht OB, den stellte nach den Wahlen die CDU.

Und das will sie nach dem 25. Mai 2014 wieder tun. Und weil weder Ex Funke-Gruppen-Geschäftsführer Christian Nienhaus noch Christoph Gerbersmann Neigung zeigten, den Job zu machen, wurde sehr diskret nach einem neuen Namen gesucht. Und damit dem zukünftigen Kandidaten auch optisch breitmehrheitliche Voraussetzungen geschaffen wurden, jamaikaten sich CDU, GRÜNE, und FDP zusammen und hoben wen auf ihre zusamengebundenen Schilde? Richtig: Erik O. Schulz!

Nur einen Mangel, der aber flugs korrigierbar war, hatte der Herr Kandidat. Er war Mitglied der SPD. Also trat er mal schnell aus, damit weder seine Sozis knurrten, weil das ja nicht geht, für andere Parteien kandidieren und in der SPD Mitglied sein. Und auch CDU, GRÜNE und FDP murren nach dem Austritt nicht mehr, obschon namentlich der eine oder die andere GRÜNE zunächst mundoffen verblüfft waren ehe der „Charme dieser Kandidatur“ sich ihnen offenbarte.

Putzig dann die mediale Erklärung des Erik O. Schulz, damit auch jedermensch wisse, warum er austreten musste um antreten zu können und dass er mit dem Parteibuch ja seine Überzeugungen und Werte nicht weggegeben habe. Und so brustönt er schon mal ursozialdemokratische Grundinhalte ins Land rund um die Volme, wo das Rathaus steht, in das er so gerne einziehen will.

Bleibt die Frage, warum er nicht noch einmal versucht hat, sich von seiner früheren Partei aufstellen zu lassen, wo er von deren Inhalten absolut nicht abweichen will. Aber das muss er mit seinen neuen Schildträgern ausmachen, oder sich alsbald deren Inhalten annähern, oder ist das alles gar ein ein ganz pfiffiger Trick, sozialdemokratischen Inhalt in einen konservativen Jamaika-Wahlkampf zu implantieren?

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