Den Weg bis zur Wahl bitte mit etwas Realismus pflastern

Die Freie Liste Unna hat einen Traum. Sie träumt davon, einmal, in naher Zukunft, den Popularitätsgrad zu erreichen, den einst die legendäre Fraktionsvorsitzende der CDU, Dorothea Weidner, mit gelassener Leichtigkeit eroberte. Sie träumt davon, dies mit einer energischen Forderung zu anzustreben, die damals stets auch zum Wunschkatalog der christdemokratischen Grande Dame gehörte: Macht Unnas Fuzo gangsicher für höhere Damenschuhe. Und sie träumt davon, dass damit verbunden auch gleich die Fußgängerzonen komplett saniert werden könnten. Und damit das Ganze auch den gehörigen, ernst zu nehmenden Anstrich bekommt, wurde das Wunschkonzert in einen Antrag gekleidet, der nun durch die Ratsgremien laufen soll.

Nun gibt es vermutlich in der Region ziemlich viele Städte und Gemeinden, die Unna um den Zustand seiner Fuzo beneiden. Und die dazugehörigen Einwohner ebenfalls. Das wäre allerdings kein kraftvolles Argument gegen eine von der FLU gewünschte Verbesserung, wenn die Stadt über ein Übermaß an finanziellen Mitteln verfügen würde. Tut sie aber bekanntermaßen nicht.

Also stellt man eine Forderung in die Welt, wohl wissend, dass nur diejenigen Nachteile erfahren würden, die sich ihr und sei es aus jedermensch bekannten Finanzgründen für jedermensch nachvollziehbar verweigern. Und man beginnt eine Debatte, bei der Ausgaben für dieses, jenes und noch ein anderes Projekt gegeneinander aufgerechnet werden. Was nicht wirklich konstruktiv ist.

Ja, es ist schon Wahlkampf und Zeit sich populär zu machen. Aber muss es denn gleichzeitig auch populistisch sein? Mal sehen, wie sich nun in der Folge allparteilich einzelne Allwissende öffentlich darum bewerben werden, möglichst mit weitergehenden Pflasterungsvorschlägen die Poleposition in der beifälligen Gunst zu erhaschen.

Das Unnaer Schulsystem weiter zukunftssicher zu gestalten und auf die vielbeschworene Inklusion vorzubereiten.

Nach der Eisenbahnbrücke in Kessebüren grätschte an der Zechenstraße in Königsborn das Viadukt altersbedingt und muss absehbar ersetzt werden.

Oder da wäre noch die Entschuldung der Stadt, deren Fortschreibung unabdingbar ist und dem Kämmerer genug abverlangen wird, auch ohne stimmheischende Forderungen, die sich gern noch aneinander hoch schaukeln.

Ein Schuss finanzieller Realismus täte ganz gut.

 

1 comment for “Den Weg bis zur Wahl bitte mit etwas Realismus pflastern

  1. A.H.
    10. Februar 2014 at 04:22

    Dieser Bericht ist unerträglich !!!
    Gut, dass mein Opa nicht im Internet ist, sonst würde er noch zu den ausgeschlagenen Zähnen nach einem Sturz in dieser „tollen“ Fußgängerzone einen Herzanfall bekommen.
    Einfach schmutzig ! Ich bin sehr froh, dass die FLU es angeht !

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