Dann macht auch: Rückt Europa näher zu den Menschen

Wegweisend, und wirklich nicht nicht weg weisend, stellten sich die Sozialdemokraten während ihres Parteitages auf, dessen Podium sie nutzten, Martin Schulz als Spitzenkandidaten bei den Europa-Wahlen am 25. Mai 2014 (bei uns in NRW parallel zu den Kommunalwahlen) zu küren.

Wegweisend wäre beispielsweise, die bisherige Austeritätspolitik zu überdenken und sich nicht mehr blind auf deren allheilende Wirkung zu verlassen. Dass „Sparen“ nur noch um seiner selbst betrieben und fast selbstsüchtig in den Dienst derer gestellt wird, die zu den „besserverdienenden“ Ländern in der EU zählen, könnte auch mal eine solidarisch angehauchte Aufhübschung vertragen. Die Bundesrepublik ist nach wie vor ein besonderer Gewinner des Euro und hat seinerzeit maßgeblich zu bestimmten Ausdehnungen seiner Nutznießerzone beigetragen. Und um es deutlich zu sagen, das meiste dessen, wofür Deutschland gegenüber schwachen Euro-Ländern finanziell gerade steht, nutzt eher dem dortigen Schuldendienst gegenüber deutschen Firmen und weniger den Menschen in diesen Ländern (Beispiel: Griechenland).

Es wäre zudem auch durchaus sympatisch, wenn erkennbar würde, das die deutsche Sozialdemokratie als empfindliche Speerspitze eines wuchtigen Widerstandes gegen europaweite Liberalismen aufträte und denen Einhalt geböte, die nach wie vor die Bankenfreiheit über die Lebensqualität der Individuen stellen, oder anonymen Märkten mehr Einfluss auf eine paneuropäische Gesellschaft zubilligen als den Menschen, die diese bilden.

Geradezu cool fände ich es, wenn meine SPD ein lautstarkes und widerstandsfähiges Bollwerk gegen hemmungslose Wirtschaftsinteressen würde und das kompromisslos an einem Beispiel nachwies, indem sie nämlich das Fracking ohne Rücksicht auf ökonomische Interessen bekämpfte.

Und sie insgesamt jeder Form des zwar kaum mehr benutzten (weil nachgewiesen nicht mehr alltagstauglichen) „Privat-vor Staat-Gebrabbels“ entgegen träte, wenn es sich gut getarnt entweder wissenschaftlich verbrämt oder in propagandistisch aufgeblähter Notwendigkeits-Camouflage neuerlich zeigt.

Europa müsse wieder näher an die Menschen rücken, forderte Sigmar Gabriel in Berlin. Da hat er mal so was von Recht. Dann sorgt mal eilends dafür, dass das was wird – und beginnt schon mal mit den Anstrengungen,  bevor neu gewählt wird. Das macht manchem die Wahl sicher leichter.

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek (Mitte), Martin Schulz und Bernhard Rapkay bei einem Besuch in bei der Werkstatt im Kreis Unna.

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek (Mitte), die Europaabgeordneten Martin Schulz und Bernhard Rapkay bei einem Besuch in bei der Werkstatt im Kreis Unna.

2 comments for “Dann macht auch: Rückt Europa näher zu den Menschen

  1. 27. Januar 2014 at 21:57

    …KEIN Kommentar, habe ich nach einer langen gedachten Gegenrede gerade beschlossen. Außer, dass ich mich zu diesem Artikel widerlich finde!

    • 27. Januar 2014 at 22:06

      …und das könnte jetzt missverständlich sein, ich meine nicht die Intentionen des Redakteurs R.B. sondern die Europapolitik der verantwortlichen „Sozialdemokraten“.

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