Stadtwerke testen einen Öko-Flitzer auf Tauglichkeit im Alltag

Mit klimaneutralem Ökostrom auf Autotour: Die Stadtwerke Unna testen jetzt eine Woche lang den VW E-UP!, der von dem Autohaus Hülpert zur Verfügung gestellt wurde. Das Elektrofahrzeug wird vom Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier und seinem Team im alltäglichen Werksverkehr eingesetzt. Die Erdgasvariante des up! kursiert in Deutschland schon seit Dezember 2012 als VW eco up, im letzten Herbst folgt mit dem VW E-up die strombetriebene Version.

Die Stadtwerke betreiben schon seit Jahren den größten E-Fahrzeug-Fuhrpark in Unna, ebenso zwei Elektrotankstellen an der Heinrich-Hertz-Straße wie am Unnaer Bahnhof. „Uns ist der Praxistest wichtig, um die Zukunftsmobilität unter harten Arbeitsbedingungen erproben zu können, damit wir unsere Kunden kompetent beraten“, sagt Thomas Weigel, Produktentwickler des Energieunternehmens.

Der kleine E-VW soll da Zeichen setzen: Der Elektromotor, der die Vorderräder des E-up antreibt, leistet 60 kW bzw. 82 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 210 Newtonmeter und ist ab der ersten Umdrehung wirksam. Als Energiespender fungiert eine Lithium-Ionen-Batterie, die 18,7 kWh Strom speichert. Weigel: „Besonders jene Kollegen, die nicht regelmäßig ein Strommobil fahren, sind von der ansatzlosen Kraftentfaltung begeistert, die sich auch an den Messwerten ablesen lässt.“ Der knapp 1.140 Kilogramm leichte VW erreicht Tempo 60 in weniger als 5 Sekunden.

Er fährt wie ein kräftiges Kompaktklasseauto, bleibt dabei aber immer angenehm leise – bis Tempo 130. Im Stadtwerke-Test lag der Durchschnittsverbrauch knapp über 12 Kilowattstunden auf 100 Kilometern und damit überraschend nahe an den Werksangaben. „Die Kosten sind gegenüber einen konventionellen Antrieb unschlagbar – knapp vier Euro, dafür bekommen Sie sonst nicht mal drei Liter Diesel.“

Besonders effizient ist der Kleine im Stadtverkehr, wo ihm sein geringes Gewicht und das neue Bremsenergie-Rekuperationssystem zu Gute kommen. Ein elektronischer Bremskraftverstärker holt hierbei bei jedem Bremsvorgang Energie zurück. Eine Technik, die bei Straßenbahnen schon seit Jahrzehnten genutzt wird.

„Ich war sehr neugierig auf dieses elektrische Fahrzeug. Mit der gut 50 Kilometer langen Tour im gemischten Verkehr, also etwas über Land, durch die Stadt und auch mal kurz mit 130 Stundenkilometern über die A 44 habe ich mir einen umfassenden Eindruck verschaffen können“, schildert Sebastian Jordan-Uschdraweit seine erste Erfahrung mit dem Wagen. „Das Fahrzeug produziert mit seinem enormen Drehmoment einen großen Fahrspaß! E-Autos sind im Alltag ohne Probleme genauso zu fahren und zu handhaben wie ein herkömmlicher PKW. Einziges Manko: Heute Morgen mussten die Scheiben gekratzt werden, die Lüftung auf volle Heiz- und Blasleistung eingestellt werden und das „kostet“ sofort Reichweite!“

E wie eingeschränkt?

Die Nutzer können zwischen Fahrmodi (Normal, Eco und Eco+) auswählen, die sich in ihrem Stromverbrauch unterscheiden. Bei sparsamem Fahren mit Eco+ ist die Maximalgeschwindigkeit auf 95 km/h gedrosselt. Der Kleinwagen lässt sich an der Haushaltssteckdose aufladen, was aufgrund der geringeren Leistung (2,3 kW) aber länger dauert (10 bis 12 Stunden). Alternativ kann natürlich an den beiden öffentlichen Ladestationen der Stadtwerke Unna (am Bahnhof und auf dem Firmengelände) günstig TÜV zertifizierter Ökostrom getankt werden. Als derzeit einziges Stadtwerk im regionalen Umkreis bieten die Stadtwerke einen Autostromtarif. Mit diesem Tarif sind Sie aufgrund unserer Partnerschaften eRoaming und Intercharge in der Lage nahezu deutschlandweit an öffentlich)en Ladestationen ohne weitere Aufpreise zu tanken.
Die Stadtwerke haben seit zwei Jahren mehrere Elektrofahrzeuge im Werkseinsatz. Neben einem Kleinwagen und zwei Kombis testete das Unternehmen den Opel Ampera und den Renault ZOE.

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