Wir brauchen dringend Vorratsdaten-Speicherung, aber die NSA darf das nicht

Was für eine Aufregung, welche Empörung, da gibt es doch eine US-amerikanische NSA, und die nutzt jedes sich weltweit bietende Bit, dasselbe auszuspionieren und zu speichern. Auch wenn Ronald „Allmächtig“ Pofalla einst etwaige Skandale unter Freunden für beendet erklärte, als  evident war, dass Kanzlerinens Mobile auch ein Horchopfer war, konnte auch der zukünftige Bahn-Lobbyist (oder auch nicht) den Wallungs-Tsunami nicht mehr aufhalten. Nun balgen sich aktuell koalitionäre Innenpolitiker mit den koalitionären Justizpolitikern darum, ob Vorratsdatensicherung schnellstens oder piano, piano installiert werden soll. Hä?

Wenn da diese denkwürdige NSA Vorratsdaten speichert, ist das selbst bei der po-fälligen Kanzlerin ein Grund zum plötzlichen Contenance-Verlust, wenn das von Christdemokratisch-sozialen Sicherheitsbedenkenträgern im eigenen Lande gefordert wird, dann ist das offenbar was Überlebensnotwendiges für das christliche Abendland.

Ich mag ja zu einfältig sein, die dahinter liegende Logik zu begreifen, mitunter leide ich ja gern mal unter mählichen Selbstzweifeln. Aber, wenn ich mich in diesem Falle überprüfe, dann neige ich eher dazu, die Verfechter der Vorratsdatenspeicherung für wirr zu halten, denn sie sind offenbar allen Ernstes davon überzeugt, dass bei uns in diesem unserem Lande (hach ist diese Kohl-Formulierung schön) keine Missbrauchsgefahr  herrscht, wenn so was gespeichert wird, anderenorts aber sehr wohl.

Also: Alles mit dem Datenschutz werfen wir staatlich über jeden möglichen Haufen, wenn uns danach ist und ausreichend Gefahren für die innere Sicherheit an die Kanzleramtswände gemenetekelt wird. So vor 30 Jahren wurde jede politische Partei hysterisch, wenn nur von Ferne „Kommunismus“ dreute. Heute ist wieder ein -ismus die Bedrohung der zivilisierten Welt. Dieses Anhängsel lassen die Überwachunsgfreaks je nach Bedarf auch heute noch an allem bammeln, wovor sie die Menschen erschrecken wollen.

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