Gustav A. Horn: Ökonomen-Lamento ist schwer nachvollziehbar

von Gustav A. Horn

Noch ein Ökonomen-Aufruf. Diesmal zu Mindestlöhnen. Interessant ist, dass die Unterzeichner nicht prinzipiell gegen Mindestlöhne sind.

Allerdings sind sie über den Festlegungsmodus und die Höhe besorgt. Ich halte ihre Sorgen für teilweise falsch und teilweise übertrieben. Falsch wäre es, zu viele Ausnahmen vom Mindestlohn zuzulassen. Dies erzeugt verzerrende Ausweichreaktionen. Übertrieben ist die Sorge um die Höhe und den Modus. Alle geltenden Tarifverträge bleiben und werden erst 2017 angepasst.

Dies ist gut so, da somit kein Eingriff in die Tarifautonomie erfolgt. Zugleich entsteht der Anreiz, noch Tarifverträge abzuschließen. Auch dies wird zu tragbaren Löhnen führen.

Ab 2017 werden die Tarifparteien maßgeblich die Höhe des Mindestlohns bestimmen. Warum sollten deren Verhandlungsergebnisse eigentlich jenen von Wissenschaftlern unterlegen sein, die selbst die Folgen einer falschen Festlegung überhaupt nicht zu spüren bekämen , während Arbeitgeber und Beschäftigte darunter zu leiden hätten?

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