Eusebio ist tot! Vor einem Monat schrieb Lutz Kampert von seiner Begegnung mit dem Helden von einst

von Lutz Kampert

Eusébio, einer der Helden meiner Kindheit und einer der größten der Fußballgeschichte ist im Alter von 71 Jahren von uns gegangen. Erst vor ein paar Wochen hatte ich das große Glück, den schwarzen Panther, meinen Oisebío, wie ich ihn als Kind nannte, kennenzulernen. Auf einer Jubiläumsveranstaltung des BVB gab er mir auf einem 1966er Sammelbildchen ein Autogramm und meine Augen glänzten wie damals vor Freude. Jetzt glänzen sie vor Trauer – Eusébio da Silva Ferreira, mein Oisebío – ruhe in Frieden!

Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll – dieser kleine Artikel lag tagelang bei mir in der Evernote-”Schublade” und ist wie durch ein kleines Wunder sehr aktuell für mich geworden. Also erst mal der „Schubladen-Artikel”.

Beim Aufräumen wiedergefunden:
Ein furchtbares Portrait, frontal, überretuschiert mit weißen Reptilienaugen und grob ausgeschnitten vor einem zu bunten Hintergrund – noch dazu Farbverschiebungen, die wohl billigem Druck und ungenauen Maskierungen zuzuschreiben sind – wie habe ich diese grausigen Bilder geliebt …
Fußball-Weltmeisterschaft 1966, Sammelbild Nummer 161, Eusébio da Silva Ferreira, nur Eusébio genannt. Ruhmreicher noch heute mit Recht gefeierter portugiesischer Stürmer.
Ich war damals 7 Jahre alt und sammelte wie alle anderen nicht nur Winnetou- sondern auch Fußballbilder. Es gab viele gute Spieler damals – wir suchten uns als Favoriten genau die aus, die wir nicht richtig aussprechen konnten:

Den “Péhle” und den “Oisebíeo”! Warum gerade die beiden?

Bild 161

Bild 161

Sie waren sympathisch, sie waren anders und sie waren wie auch immer ausgesprochen die Größten. Ich glaube ich habe meine sehr lebendige Erinnerung an die beiden zum Teil der Tatsache zu verdanken, dass ich eben später erfuhr, wie falsch wir diese Helden der Kindheit betont hatten …

Leider ist das Bild von “Oisebíeo” das Letzte, was mir aus der Sammlung geblieben ist. Einer aus der damaligen deutschen Mannschaft zählte übrigens auch zu den Lieblingen: der Siggi – da konnte man nichts falsch aussprechen – Siggi der Held, blond, ein kühner Blick und dazu dieser Name…. :-) Er engagiert sich heute noch für den BVB.
So – das war die Schublade. Vorgestern las ich bei Facebook ein Posting vom BVB: Traditions-Abend zur Feier eines legendären Spieles vor 50 Jahren gegen Benfica Lissabon. Gast: Eusébio da Silva.
Ich konnte es gar nicht glauben – ist sowas Zufall? Gerade erst wiedergefunden, seit Jahren zum ersten mal wieder drüber nachgedacht und jetzt sollte ich die Chance haben, diesen Helden der Kindheit persönlich kennenzulernen!
Was soll ich sagen – ich nutzte die Gelegenheit!
Ich habe jetzt ein paar schöne aktuelle Fotos von Eusébio und ich besitze eine kleine hässliche Sammelkarte mit dem persönlichen Namens-Schriftzug von Eusébio da Silva Ferraira 🙂  Ja!
Siggi Held war übrigens auch da …
Lutz Kampert, dessen Alter ich mal höflich verschweige, war ein wunderbar begabter Fotograf bei der Westfälischen Rundschau (unter anderem in Unna). Heute ist er immer noch wunderbar begabt und immer noch Fotograf, aber das selbstständig. Und er ist - wie unschwer zu erkennen - BVB-Fan mit viel Herz und ganz Blut. (Foto: Privat)

Lutz Kampert, dessen Alter ich mal höflich verschweige, war ein wunderbar begabter Fotograf bei der Westfälischen Rundschau (unter anderem in Unna). Heute ist er immer noch wunderbar begabt und immer noch Fotograf, aber das selbstständig. Und er ist – wie unschwer zu erkennen – BVB-Fan mit viel Herz und ganz Blut. (Foto: Privat)

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