Mal was ganz Neues: Banken und Banker werden wg. Manipulation bestraft

Überrascht uns das eigentlich noch? Nöö! Banken, die bestraft werden, Banker, die beklagt werden, das ist doch mittlerweile fast normal. Da rumpelt eine Eilmeldung über spiegel.de, die sensationsnah posaunt, dass EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia 1,7 Milliarden Euro Strafe verhängt habe, weil diverse Institute (so ziemlich das who-is-who des Gewerbes) sich Zinsmanipulationen schuldig gemacht hätten.

Bank-Mitarbeiter haben sich bei der Festlegung von Referenzzinssätzen wie dem Euribor, dem Libor und dem japanischen Tibor untereinander abgesprochen und die Zinssätze wissentlich dadurch manipuliert. Die Unternehmen sind reumütig, haben ihre Schuld teilweise gestanden – mit gewissem Erfolg, denn sie müssen im Gegenzug eine um zehn Prozent niedrigere Geldbuße zahlen.

Und, was lehrt uns das? Alles Gewohnheitssache. Hilmar Kopper führte einst die Banker-Vokabel „Peanuts“ ein, als in Leipzig der seinerzeit umschwärmte Baulöwe Schneider die finanzielle Grätsche machte und jede Menge Handwerksleute auf die längst verdiente Kohle warteten. Was haben sich die Medien über den Kopper-Spruch aufgeregt.

Würde doch heute keiner mehr machen. Inzwischen  haben einige Banken und deren Banker einen kompletten Berufsstand derartig in den Bereich des White-Collar-Anrüchigen bugsiert, dass man bei der Nennung des Ausbildungsabschlusses nur noch assoziiert: „Was halte ich jetzt als erstes fest, mein Portemonnaie oder meine Zivilkleidung?“

Um nicht missverstanden zu werden: Jede Menge Bankmitarbeiter und -berater verrichten tagtäglich einen seriösen und soliden Job, gehen sehr verantwortungsbewusst mit anderer Leute Geld um, dass diese zufrieden sind. Und genau die haben es nicht verdient, dass sie hurtig mit den oben genannten Kollegen in einen Topf geworfen werden.

 

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