Bürgermeister Werner Kolter wünscht von Unnas SPD: Lasst uns selbstbewusst ohne Selbstgefälligkeit sein

„Wir haben gemeinsam, eine Zeitlang auch über Parteigrenzen hinweg, in Unna und für Unna und seine Menschen trotz schwieriger äußerer Bedingungen Großartiges erreicht, und darauf dürfen wir stolz sein!“ Bürgermeister Werner Kolter umriss in seiner Rede vor dem Stadtverbandsparteitag der SPD im Saal des „Kx“ von Andreas Kochtokrax am Samstag (30. November 2013) eine rückschauende und vorausschauende Grundsatzrede, die seiner Partei Grund zum Selbstbewusstsein gab, aber ebenso an die versammelten Mitglieder appellierte, immer aufmerksam zu bleiben und auf die Befindlichkeiten der Bürgerinnen und Bürger zu achten.

Grund zum Selbstbewusstsein ohne Selbstgefälligkeit gebe es reichlich. Der Rat der Kreisstadt Unna habe in den nun langsam endlichen Wahlperiode zum Beispiel ein modellhaftes Sportstätten-Entwicklungsprogramm zunächst auf den Weg gebracht und inzwischen fast gänzlich umgesetzt. Das Bornekampbad sei zukunftsfähig gemacht worden, das Herderstadion stehe in einem Zustand den Sportlerinnen und Sportlern zur Verfügung, der es inzwischen zu einem modernsten weit und breit machte. Königsborn, Mühlhausen-Uelzen und Massen seien mit Kunstrasenanlagen ausgerüstet, was großartige Auswirkungen auf Sportbetrieb und die Generationsfestigkeit der ansässigen Vereine hatte. Oder er erwähnte den Skatepark an der Hansastraße, dessen Qualität von jugendlichen Skatern aus der gesamten hoch geschätzt werde.

Unna hat in den zurückliegenden schweren Jahren und in eine konjunkturellen Delle, die schwerst auf die Finanzen unserer Stadt einwirkte, stets Wege gefunden, Investitionen anzufassen, die die Stadt weiter entwickelten. Die Konjunktur treibenden Programme des Bundes wurden geschickt genutzt, Schulen und öffentliche Gebäudesubstanz auf zukunftssicherer Basis zu halten. „Hier wurde mit Blick in die Zukunft auf sinnhaften Mitteleinsatz geachtet, nicht einfach eine Gießkanne ausgeschüttet“, sagte Bürgermeister Kolter.

Und unser erster Bürger wies noch einmal deutlich darauf hin, dass Unna bei alledem immer noch so behutsam und kaufmännisch seriös gewirtschaftet wurde, dass in diesem Jahr 2013 kein Euro an neuen Krediten aufgenommen werden musste. Und das in einer Zeit, da in unserer Nachbarschaft jede Menge ähnlicher Kommunen in für sie nicht mehr beherrschbare Finanznöte gerieten. „Diese Tatsache kann nicht deutlich genug herausgestellt werden!“ Unna war nachweislich erfolgreich, aber auch zurückhaltend genug, selbst unter zum Teil konträr verlaufender Gesamtentwicklungen, um die nachhaltige Konsolidierung des eigenen Finanzen voran zu treiben.

Ja, es habe auch schwere und richtig unangenehme Entscheidungen geben müssen. Wie die Schließung und „Entsorgung“ des Freizeitbades in Massen. Hier habe man sich der Tatsache beugen müssen, dass die jährlichen Zuschüsse das erträgliche Maß für eine Stadt in der Haushaltskonsolidierung überschritten. Die weitere Verengung der Personalsituation im Rathaus mache sich ebenso bemerkbar, wie die bei einer Einrichtung wie den Stadtbetrieben. Es sei zwar weitsichtig und umweltpolitisch vernünftig bei den Stadtwerken Unna investiert worden, durch äußere widerstreitende Entwicklungen seien aber die daraus erwarteten Gewinne für Unna und die Werke noch nicht zu realisieren gewesen.

Eines erschien dem Bürgermeister wesentlich. Unnas Weiterentwicklung als zentrale Schulstadt. Vor dem Hintergrund einer inklusiven Anforderung, die unabweisbar an die zukünftige Schullandschaft gestellt werde, vor dem Hintergrund demoskopischer Veränderung und vor dem Hintergrund, dass Schule und die Erwartung an sie, ständig sich ändernden Rahmenbedingungen unterworfen seien, habe unlängst Unna einen Gedanken entworfen, der urplötzlich durch die finanziellen Voraussetzungen wieder verworfen werden musste. Es handelte sich dabei um den Plan, auf dem Gelände des Brockhausplatzes eine zukunftsweisende Form eines Grundschulzentrums zu errichten. In Teilen der Bürgerschaft sei das auf zunehmende Reserviertheit gestoßen, die durch die Beiträge einer entvielfältigten Medienlandschaft zusätzlich verstärkt worden seien.

Bürgermeister Werner Kolter mahnte, dass man nun, da zumindest vorerst  nicht an eine Verwirklichung zu denken sei, diese Überlegung nicht vollends ad acta legen möge. Er hielte es für fatal, jetzt schon die Neuverplanung des alten Stadiongeländes zu betreiben, jetzt die Schulplanung endgültig zu verwerfen. „Der Gedanke war ein zukunftsweisender Wurf, vom Grundsatz her sollte man in fünf Jahren die Idee wieder aufnehmen.“

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek warb für Inhalt und Qualität des Koalitionsvertrages mit der CDU. (Fotos: Rudi Bernhardt)

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek warb für Inhalt und Qualität des Koalitionsvertrages mit der CDU. (Fotos: Rudi Bernhardt)

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