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Straswudjie, wir sind vom russischen Fernsehen und wollen über “definetz” berichten

„Straswudjie Towaritsch!“ Das mal in Kyrillisch geschrieben vorgestellt, das aus kundigem russischen Munde gesprochen, so oder ähnlich begrüßten unlängst die Mitglieder eines Teams vom Staatsfernsehen Russlands den Bönener Friedrich Nölle und seine definetz-Aktivisten, um bei ihnen und mit ihnen zweieinhalb Tage lang einen langen Bericht darüber zu drehen, was definetz vor hat, wie definetz den kinderleicht bedienbaren Defibrillator in das bundesdeutsche Alltagsgeschehen einweben will und welche Innovationen die deutschen Bemühungen inzwischen angeschoben haben.

Ivetta Kolomiets, Chef Produzentin in der Abteilung “Non Fiction” im russischen Bundesfernsehen Kanal “Russia – 1″ und Alek Hovhannisyan, ihr Kameramann und Produzent, hatten eine Menge Fragen, noch mehr zu Staunen und können einen Sack voll berichten, wenn sie wieder daheim sind und die geschnittene Sendung im Dezember ausgestrahlt wird. „Die Kollegen waren echt beeindruckt von dem, was hier in Deutschland und Europa von den unterschiedlichsten Seiten bereits angeschoben wurde und wollen viele Ideen in Russland breit bekannt machen“, berichtet Friedrich Nölle.

Ivetta Kolomiets, Chef-Produzentin in der Abteilung “Non Fiction” im russischen Bundesfernsehen Kanal "Russia - 1" und Alek Hovhannisyan, ihr Kameramann und Produzent. (Fotos: Friedrich Nölle)

Ivetta Kolomiets, Chef-Produzentin in der Abteilung “Non Fiction” im russischen Bundesfernsehen Kanal “Russia – 1″ und Alek Hovhannisyan, ihr Kameramann und Produzent. (Fotos: Friedrich Nölle/Katjana Rodorigo)

 

 

 

 

 

 

 

Der Kontakt kam durch einen Anruf der russischen Journalisten bei definetz zustande. Sie baten den definetz-Schriftführer um die Rolle des „Fremdenführers“ in Sachen Frühdefibrillation in Westfalen. Die russischen Journalisten wollten allerdings auch möglichst viel darüber erfahren, wie es beginnend von der Idee und weiterführend über Organisation und Vorbereitung dazu kam, dass der Verein inzwischen weit über die Langesgrenzen hinaus tätig ist.

Dr. Rainer Löb.

Professor Dr. Hugo Karel van Aken.

 

Gesundheitspolitisch sei der Plötzliche Herztod in Russland ein geradezu erschreckend wenig bekanntes Thema. Ihn durch gezielte Maßnahmen, ähnlich denen wie die von definetz und anderen Initiativen angeschoben werden, zu bekämpfen und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, sei eine bedeutende Aufgabe, sagte Ivetta Kolomiets. So war natürlich der „Defikopter“, durch dessen international, ja weltweite Veröffentlichung die russischen Fernsehjournalisten auf die bundesdeutsche Initiative aufmerksam wurden, ein natürlich wichtiges Element.

Um mit Defikopter-Entwickler Joseph Metz und seiner Frau Ella zu sprechen, hatte sich das Team eine besondere Kulisse ausgesucht. Vor dem Hintergrund der Externsteine wurde gedreht, in einer Herzkammer Westfalens und einer beeindruckenden Landschaft, die auch für die landschaftsverwöhnten russischen Augen besonders anziehend wirken wird. Sowohl das Team des Moskauer Fernsehens als auch die deutschen Beteiligten waren mehr als angetan von der Zusammenarbeit.

von links: Ivetta Kolomiets, Joseph Metz, Alek Hovhannisyan, Ella Metz, Friedrich Nölle.

von links: Ivetta Kolomiets, Joseph Metz, Alek Hovhannisyan, Ella Metz, Friedrich Nölle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sei es Professor Dr. Hugo Karel van Aken, von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster, der seine medizinische Fachmannschaft einbrachte und sich vehement für eine verbindliche Ausbildung der Kinder in den Schulen aussprach, als auch Dr. med. Rainer Löb, Bundesarzt des Malteser-Hilfsdienstes, der schon als ärztlicher Leiter des Gesamteinsatzes beim Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt, Berlin und Freiburg bekannt wurde. Ivetta Kolomiets sprach lange mit den Ärzten, sie waren engagiert bei der Sache und lieferten den neugierigen Gästen mehr Antworten, als diese Fragen stellen konnten.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Journalisten von der Story des 16-jährigen Daniel, einem jungen Segelflieger, dessen 48-jähriger Fluglehrer kurz nach einer Landung zusammenbrach. Der Junge hatte gelernt, wie man mit so einer Situation umgeht, reanimierte den Fliegerkollegen und rettete ihm das Leben. Das gelang nur, weil der Jugendliche nahezu automatisch handeln konnte, als die lebensbedrohliche Attacke eintrat.

„Diese Fähigkeiten so weit zu verbreiten, dass der Plötzliche Herztod in Zukunft weniger Schrecken verbreiten kann, das müssen wir immer als Ziel vor Augen haben!“ Diese Aussage Professor van Akens vertreten alle Beteiligten. Da könne jede Publikation, jeder Bericht überall in Europa hilfreich werden, sagt Friedrich Nölle von definetz.

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