Von Konsequenz, der Weisheit des Bill Gates und unabhängiger Justiz

Man kann ja auch mal einfach nur was richtig gut finden. Und man sollte das auch gleich deutlich aussprechen. Das mache ich hiermit.

Beispiel 1: Da mausert sich Bill Gates auf seine mittelalten Tage noch zu einem Weisen der Zunft. Fast mitleidig hauptschüttelnd weist er Marc Zuckerberg darauf hin, dass es andere Prioritäten gibt als die je individuellen. Der talentierte Mister Zuckerberg hatte gefordert, dass alles internet(t)e absoluten Vorrang haben müsse, dass überall auf der Welt jeder und jedem flotter Zugang in Netz möglich sein müsse – das habe eben Priorität. Daraufhin rüffelte der „alte Mann“ von Microsoft den IT-Junior ab. Impfstoffe gegen Malaria, Kampf gegen den Hunger unter Abermillion Kindern, das seien Themen, denen man absolute Priorität einräumen müsse. Kluger Mann, der Bill Gates, er hat den Kopf nicht nur zum Haareschneiden.

Beispiel 2: Uli Hoeneß, der Mister FC Bayern, dem es lange Zeit entging, dass er auf ein paar Guthaben im Ausland nicht ausreichend Steuer gezahlt hatte, er muss sich darob nun doch vor Gericht verantworten. Unabhängige Justiz, sie gibt es also noch, auch in Bayern. Der honorig besetzte Aufsichtsrat des guardiolesk spielenden FC Bayern hat seinem Vorsitzenden schon mal „die volle Unterstützung, Treue und Rückhalt zugesagt“, wie es in der BILDhaften Zeitung heißt. Nun, so klingt das auch bei Fußball-Trainern, die kurze Zeit darauf gefeuert werden.

Beispiel 3: Um 20 bis 50 Cent senken Deutschlands Discounter die Preise für die Pfundpackung Kaffee. Toll, aber da bleiben doch mal zwei Fragen offen. Wie viel kriegen eigentlich die Produzenten vor Ort noch von dem Verkauf ihres Produktes mit? Und wie viel müssen die Discounter wohl immer noch an dem ganzen verdienen, denn verschenken tun die ganz sicher nichts. Klarer Schluss: Die Bäuerlein in den produzierenden Ländern sind garantiert die, die am wenigsten verdienen.

Beispiel 4: Da zeigt die Bundesregierung mal Konsequenz. Sie lehnt ein Asyl für Edward Snowden, das ist der junge Mann, der die NSA-Abhöraffäre in den USA ins Rollen brachte, ab. Schließlich sollen ja keine alten Freundschaften getrübt werden, die nur zeitweise dadurch gestört sind, dass alles, was man so hören kann auch gleich gespeichert wird. Ist doch ein Grund zur Freude, diese Konsequenz, so vor dem Hintergrund, dass plötzlich Maut-Gebühren in der Republik als geländegängig betrachtet werden. Stehen ja gerade mal keine Wahlen an.

 

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