Sumaya Farhat-Naser liest im Säulenkeller aus ihrem Werk

Die 65-jährige Autorin und Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser beschreibt ihre Motivation, Bücher über die aktuelle Situation in Israel-Palästina zu schreiben, nicht nur mit ihrem Willen, die Öffentlichkeit auf die vielfachen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. In erster Linie möchte Sie Menschen in Krisen Mut machen: „Ich möchte von unseren Erfahrungen im Durchhalten und Bewältigen schwieriger Situationen berichten und davon, wie die Freude am Leben trotz allem erhalten werden kann. Und ich möchte andere ermutigen, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen und sich anderen zu öffnen.“

Am 13. November 2013 ist die promovierte Biologin und vielfache  Friedenspreisträgerin, die fließend deutsch spricht, zu Gast in Unna. Sie liest ab 1930 Uhr im Säulenkeller im Zentrum für internationale Lichtkunst Ausschnitte aus ihrem Werk und spricht über die aktuelle Situation in Israel-Palästina. Ein spannender Abend voll Lebendigkeit und Intensität ist zu erwarten.

„Schwierige Situationen“ erscheint aus mitteleuropäischer Perspektive als Beschönigung für die politische Willkür, Entrechtung und Enteignung, die Sumaya Farhat-Naser und ihre Familie tagtäglich erleben. Ihre Tagebuchaufzeichnungen von 2008 bis 2013 belegen den Landraub im palästinensischen Westjordanland und geben Einblick in die Realität der fortschreitenden Verdrängung. Der Alltag der Palästinenserin ist von Mauern, Zäunen und militärischen Kontrollposten geprägt. Eindrücklich beschreibt sie, wie die Widrigkeiten und Einschränkungen das Leben zur Qual machen und den Menschen in ihrer Heimat jegliche Existenzgrundlage entziehen. Mühevoll erreichte demokratische Ansätze sieht sie erlöschen und sie empört sich über die Praxis des gleichgültigen und mutlosen Wegschauens im Ausland.

Dennoch durchdringen hoffnungsvolle Gefühle das neue Werk dieser couragierten Frau, die nicht umsonst „Geheimagentin des Frieden“ genannt wird. Unermüdlich tritt sie für eine gerechte Lösung in Israel-Palästina ein. In Schulen und Frauengruppen lehrt Sumaya Farhat-Naser mit großem Engagement gewaltfreie Kommunikation und den Umgang mit Konflikten. Sie weiß, dass das Denken in den Kategorien Freund und Feind und fehlende Toleranz dem Frieden im Weg stehen. „Hass zerfrisst unsere Seele“, weiß die Angehörige der christlichen Minderheit in ihrem Land aus eigener, schmerzvoller Erfahrung. Den titelgebenden Feigenbaum will sie als Zeichen für Sicherheit, Lebensglück und Gewaltlosigkeit verstehen. Menschen, die Sumaya Farhat-Naser begegnet sind, sind von dem Mut und dem positiven Denken, das sie allem zum Trotz an den Tag legt, beeindruckt.

Mehr zur Autorin:

Sumaya Farhat-Naser wurde 1948 in Birseit bei Jerusalem geboren. An der Universität Hamburg studierte sie Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaft. Seit 1982 ist sie Dozentin für Botanik und Ökologie an der Universität Birseit in Palästina. Sie ist Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen, u.a. von Women Waging Peace an der Harvard-Universität und von Global Fund for Women in San Francisco. Von 1997 bis 2001 war sie Leiterin des palästinensischen Jerusalem Center for Women. Sumaya Farhat-Naser hält regelmäßig Vorträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz über die politische Lage in Palästina. Sie lebt zusammen mit ihrer Familie in Birseit im Westjordanland.

  • Mittwoch, 13. November 2013, 19.30 Uhr
  • Säulenkeller im Zentrum für internationale Lichtkunst
  • Eintritt: 8
  • Kartenvorverkauf am i-Punkt im zib

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