Vom kühleren Herbst, skeptischen Abgeordneten, abgedrehten Geistlichen und unseren lieben Mithörern

Es ist ein Tag wie jeder andere im Herbst 2013. Das Wetter ist durchwachsen, die Temperaturen der Jahreszeit gemäß, die allgemeinen Stimmungen merkwürdig bis überdenkenswürdig. Warum?

Beispiel Berlin: Da rüttelt eine flächendeckende Nervosität Menschen parteiübergreifend durch, nur die zunächst tief angeschütterte Kanzlerin wird anscheinend immer ruhiger. Kollege Vorsitzender Sigmar Gabriel von der SPD rüffelt hochempört und fraktionsöffentlich seine Berliner Kollegin Cansel Kiziltepe zusammen (erstmal allerdings ohne Namensnennung) weil die europaweite Flüchtlingsprobleme und das eigene Wahlprogramm in Verbindung gebracht hatte und berechtigte Zweifel anmeldete, dass beides in einer Großen Koalition menschenwürdig umsetzbar bzw. lösbar sein könne. Das alles hatte sie zu Sigmars Zorn auch noch auf facebook gepostet. Tztztz, hätte sie ihn doch mal vorher fragen sollen. Doch die Berlinerin setzte sich zur Wehr, wenn auch ziemlich einsam auf weiter Flur. Und ich dachte, die SPD sei eine Partei des repressionsfreien Dialoges.

Beispiel nochmal Berlin: Da wird berichtet, dass in den Flüchtlingsfragen die CDU GRÜNEN Positionen näher treten könnte. Jetzt wollen sie Sigmar aber wohl vollends nervös machen. Finanzen als Zückerchen für eine mögliche Schmuserei mit der SPD, denen wird urplötzlich die Steuererhöhung überdenkbar, einen Hauch Menschenwürde als Lockmittel für die GRÜNEN. Wohin soll das führen? Vielleicht am Ende noch totale Marktherrschaft für die FDP? Ach nee, die sind ja gar nicht mehr im Geschäft. Und Mutti Merkel lehnt sich sorgenfrei zurück: Weiß sie doch inzwischen von den Wahlsagern, dass sie weiterhin zustimmendes Echo aus der Bevölkerung bekommt.

Beispiel weltweit: Heute (10. Oktober 2013) ist der Welttag des Hundes. Hach wie beruhigend, dass nicht nur die Katzen einen solchen für sich beanspruchen können, dass auch des Menschen liebster Freund als Urtagen der Domestizierung den bekommen hat. Kann man da treffliche Stories machen. Wuff, Wuff! Ok, ich bin auch echter Tierfreund, werde stinksauer, wenn man als Zweibeiner sich über alles erhebt, was viere davon zur Fortbewegung benötigt (oder noch mehr). Aber es gibt eben wirklich andere Sorgen. Wie zum Beispiel die, die aus Lampedusa nach Europa schwappen, die, die ein abgedrehter Geistlicher namens Franz-Peter Tebartz-van Elst in Limburg an der Lahn seiner katholischen Kirche bereitet, oder die, die konservative Politiker in Washington, die anscheinend bereit sind, ihr Land vor die Wand zu fahren, um dem demokratischen Präsidenten eine Niederlage beizubringen, der Weltwirtschaft bereiten. Lassen wir also die NSA mitlesen, wovon bei uns niemand vorher etwas wissen konnte, weil die ja alles glauben, was man ihnen erzählt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.