Wenn das Vergessen des eigenen Selbst beginnt

Angela M. bemerkt, dass ihre Mutter sich in den letzten Monaten stark verändert hat. Zum Kartenspielen mit ihren Freundinnen geht sie schon länger nicht mehr hin. Ihr sei das alles zu viel geworden, sagt sie. Überhaupt scheint sie Einladungen zu meiden. Ihre Mutter ist auch vergesslicher geworden. Ständig sucht sie ihre Schlüssel und ihr Portemonnaie, weil sie sich nicht mehr erinnern kann, wo sie die Sachen hingelegt hat. Einmal hat sie sogar das kochende Essen auf dem Herd vergessen. Angela M. ist beunruhigt, wenn sie daran denkt, was alles passieren kann…

Demenzielle Erkrankungen sind eine der Hauptursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter. Der fortschreitende Gedächtnisverlust ist für die Erkrankten mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Für die Bewältigung ihres Alltags sind sie immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen. Die meisten Menschen mit Demenz werden von ihren Angehörigen gepflegt und betreut.

Informationen über die Symptome und den Krankheitsverlauf sowie die Kenntnis von Unterstützungs- und Entlastungsangeboten und deren Finanzierung sind wichtig, um die häusliche Pflege zu erleichtern. Genau diese Themen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Demenz – wenn Vergesslichkeit zur Krankheit wird“. Sie richtet sich an Betroffene und ihre Angehörigen aus Unna, aber auch an Menschen die ehrenamtlich oder beruflich mit Demenzkranken zu tun haben und sonstige Interessierte.

Thema der ersten Informationsveranstaltung am 17. Oktober um 14 Uhr im Mühlrad, Massener Hellweg 12 in Unna-Massen lautet „Demenz – Hilfen für die Helfenden“. Iris Lehmann, Alten- und Wohnberaterin der Ökumenischen Zentrale gibt Tipps, die den Umgang mit und die Betreuung von Menschen mit Demenz im Alltag erleichtern und zeigt die verschiedenen Beratungs- und Entlastungsangebote sowie Finanzierungsmöglichkeiten auf.

Am Mittwoch, 30. Oktober, um 15.30 Uhr im Seniorentreff „Fäßchen“, Hertingerstraße 12, referiert Friederike Buschmann, Fachärztin für Psychiatrie und Oberärztin Gerontopsychiatrie, vom Demenz-Servicezentrum NRW, Region Dortmund über die Ursachen für Demenzerkrankungen und über die verschiedenen Symptome und unterschiedlichen Krankheitsbilder.

Die letzte Veranstaltung am Donnerstag, 21. November, von 17 bis 19 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum „Brücke“ (Berliner Allee 16, Unna-Königsborn) schließt die Veranstaltungsreihe „Demenz – wenn Vergesslichkeit zur Krankheit wird“ mit einer tiefer gehenden Betrachtung von Demenzerkrankungen aus der Sicht der Betroffenen ab. Wie erleben Erkrankte in Situationen, die Angehörige hilflos machen? Der Vortrag bietet Antworten auf diese und andere Fragen. Referieren wird Herr Jochen Laible, Pflegewissenschaftler und Demenzbeauftragter der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V.

Die Vortragsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung der Kreisstadt Unna, des Demenz-Servicezentrums Dortmund, der Diakonie Ruhr-Hellweg und Ökumenischen Zentrale. Um telefonische Anmeldung unter  0 23 03 / 103-616 wird gebeten.

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