Coffeecircle zieht mit seinem Kaffee immer weiter faire Kreise

Fairer Handel nimmt langsam, aber sicher einen beachtenswerten Raum im bundesdeutschen Wirtschaftsgebinde ein. Unna will auch zukünftig eine Fairtrade-Stadt bleiben und nicht nur mit der Unna-Schoki, andere bemühen sich darum, alsbald eine solche zu werden und Mülheims Tengelmann zeigt sein ernstes Interesse an Fairtrade-Visionen und stieg mit knapp 30 Prozent beim jungen Online-Anbieter für Premium-Kaffee Coffeecircle ein, kehrte ein wenig zurück zu seinen Kaffeeröster-Wurzeln. Das Berliner Unternehmen gehört zu denen, die Geschäftssinn mit Gemeinsinn zu verbinden wissen, macht Umsätze mit einem Modell, das zwar nicht brandneu, aber wert ist, durch nachhaltige Wiederaufnahme einen großen Markt zu durchdringen.

Coffeecircle interessiert sich erst einmal für die Herkunft und die Produktionsbedingungen des Kaffees, den das junge Start-up-Unternehmen seinen Kunden offeriert. Seit der Unternehmensgründung 2010 reisen die drei Gründer, Martin Elwert, Robert Rudnick und Moritz Waldstein-Wartenberg, immer wieder nach Äthiopien, um nach jedem Erntezyklus selbst zu entscheiden, welche Bohnen gekauft werden. Jahr für Jahr überzeugen sich die Unternehmer, die ihr Geschäft dem fairen Handel verschrieben haben, davon, wie ihr Projekt vor Ort gedeiht. Und ein Euro für jedes Kilo Bio Kaffee, das verkauft wird, geht als Spende nach Äthiopien. Damit die Gelder ihren Bestimmungsort erreichen, arbeitet Coffeecircle mit Entwicklungshelfern und mit der Regierung des Landes eng zusammen. In ausführlichen Gesprächen mit den Produzenten des Kaffees, der mit gängigen hiesigen Angeboten kaum zu verwechseln ist, wird versucht, gegenseitig den Bedarf zu decken. Die Früchte des Landes und die Arbeit seiner Bewohner gehen einen Tausch ein mit den Errungenschaften der europäischen Zivilisation, die Bildung fördern soll und eine bessere Zukunft verspricht.

In den vergangen zwei Jahren wurde ein Spendenvolumen von über 30.000 Euro gehoben. Mit diesem Geld konnten sieben Projekte im Erzeugerland umgesetzt werden. Die hatten eine enorme Streuwirkung. Coffeecircle gibt an, dass rund 13.000 Menschen auf diese Weise erreicht werden konnten. Man darf gespannt sein, was die kommenden Jahre bringen werden.

 

Fortschritt oder Rentabilität?Logo_Coffecircle

Das Engagement von Coffeecircle in Äthiopien steht in Einklang mit den Prinzipien, die Wissenschaftler der Bonner Universität vertreten. Die sind der Auffassung, dass Entwicklungshilfe umso effektiver sein muss, je knapper die dafür zur Verfügung stehenden Mittel werden. Nachhaltigkeit, beziehungsweise nachhaltige oder dauerhafte Wirksamkeit, sollte sich ihrer Meinung nach derart gestalten, dass die bisher erreichten Ziele weiterverfolgt werden, wenn die Gelder ausbleiben. Im Gegensatz dazu sehen staatliche und halbstaatliche Organe eine Nachhaltigkeit dann gegeben, wenn aus einem finanziertem Projekt ein wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Strittig ist auch die Frage, ob Experten aus Deutschland rationeller arbeiten können als kompetente, fähige Kräfte aus dem eigenen Land. Das Ziel der Entwicklungsarbeit sollte sein, dass sich die Lebensbedingungen solide verbessern und das vor allem aus der Perspektive der Bevölkerung. Es ist auch die Frage, ob der Erfolg durchgeführter Maßnahmen aus Verwaltungssicht überhaupt bemessen werden kann.

Geschäft auf Gegenseitigkeit

Da scheint der direkte Kontakt, wie ihn Coffeecircle pflegt, effektiv zu sein. Betrieben wird hier eine Art Geschäft auf Gegenseitigkeit, wobei man sich wechselseitig von der Entwicklung und der Zufriedenheit überzeugen kann. Die Gründer lernen die Lebensumstände der liefernden Kaffeebauern kennen und diese können mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse des Handels nehmen, weil sie nicht jeden Pfennig umdrehen müssen. Zudem wird durch den Anbau unter Einhaltung von BIO Standards, durch den Verzicht auf Pestizide und chemische Düngemittel, ökologische Nachhaltigkeit gelebt.

Hier entwickelt sich eine besondere Weise der Zusammenarbeit, die für beide Seiten langfristig und dauerhaft recht fruchtbar sein kann. Das Geschäftskonzept ist nach Aussagen der Unternehmer überdies um Transparenz bemüht, damit sich jeder davon überzeugen kann, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Weitere Mitstreiter werden von ihnen stets gesucht, die den fairen Handel nachhaltig mit unterstützen.

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