Von krachledernen Naseweisen, miserablen Briefeschreibern und liberalen Steuer-Männern

Ich mecker mal wieder, was soll ich sonst machen, hört ja ohnehin niemand auf mich, der etwas daran ändern könnte, wo dringend Änderung nötig wäre. Vor allem daran, dass manche Wichtigschwätzer und dazugehörige -innen sich ganz offentlich immer wegducken, wenn man ein kleiner Schauer Intelligenz durch die Lande regnet.

Beispiel Brüderle: Das ist der FDP-Spitzenkandidat, Rainer mit Vornamen. Der, über dessen trockene Lippen gern mal ein loser Spruch perlt und die bundesdeutsche Weiblichkeit auf die Palme bringt. Er trompetete jetzt los, dass den Kommunen die Gewerbesteuer entzogen werden solle, durch Abschaffung wegen Überflüssigkeit. Wer ruft eigentlich endlich mal laut nach der Abschaffung der FPD wegen Aufnahme von zuviel alkoholischer Flüssigkeit, oder allgemeinpolitischer Überflüssigkeit. Warte ich seit vielen Jahren drauf. Aber egal: Brüderle und seine ehrwürdige Liberalität sind offenbar völlig auf die private und Wirtschafts gebundene Steuerfinanzierung des deutschen Gemeinwesens aus. Der Staat möge am besten alles finanzieren, die Geldhabenden keine Steuern zahlen aber von den kommunalen Einrichtungen in vollen Zügen nutznießen. Und alles zahlen die einzigen, die in seinem Brüderle-Universum noch Steuern zahlen werden, die steuerzahlenden abhängig Beschäftigten. Was raucht der eigentlich?

Beispiel Wagner: Der heißt Franz-Josef mit Vornamen, war vor Urzeiten mal Chefredakteur von BILD und ist seit ebensolchen Urzeiten der Briefeschreiber des Blattes. Zu Schulzeiten hätte er sich zwar einen sprachlichen Sechser nach dem anderen eingefangen, aber egal, sein hölzernes Geschreibsel kommt ja offenbar an. Unlängst textete er virtuell Barack Obama zu, rief ihm zu, dass der US-Präsident ein Weichei sei, weil er sich nicht traue kriegerisch gegen die wildgewordenen syrischen Potentaten vorzugehen. Dass er erst muskelgespielt habe und dann gekniffen. Wagner muss noch was anderes eingenommen haben, etwas halluzigenes oder so. Er schreibt ja gern mal Blödsinn, aber damit hatte er die bisherigen Topacts seiner unterirdischen Post an mehr oder weniger bedeutende Zeigenossen und -innen weit übertrofffen.

Beispiel Hoeneß: Der wird landauf und -ab zärtlich Uli genannt, traut sich nach Monaten steuersünderisch erzwungenem Schweigen mal wieder aus der Deckung und äußert wohlgemut: „Ich freue mich auf die englischen Wochen, denn da sind wir immer besonders stark.“ Na denn, mal los, Uli und die Bayern-Elf und das Oktoberfest und Bayern überhaupt, das alles alleine kann. Bayern-Boss Uli muss seinen Jungs ja auch Mut machen, sie sind derzeit zumindest noch dabei, hinter dem BVB her zu hecheln. Unschöne Vorstellung für Herrn Hoeneß. Und was ich noch viel unschöner finde, ist die Tatsache, dass er schon wieder auf der Rückkehr in die Großspurigkeit ist, kaum, dass die ersten weichgespült auf seine gestandenen und vermuteten Steuervergehen ragiert haben. Am Ende gibt’s noch einen Bundesorden für den bayerischen Herrn der Dinge. So sind wir denn wieder beim Anfang. Brüderles Endzeitvision: Niemand zahlt Steuern, dann gibt’s auch keine Steuer-Straftäter mehr. Wow, was wird die Kriminalitätsrate sinken.

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