Arbeit und Lernen muss Insolvenzantrag stellen

Und das ist ein bitteres Ende: Seit den 90-er Jahren hat die Arbeit und Lernen gGmbH (AuL) der Diakonie Ruhr-Hellweg viel auf dem Arbeitsmarkt bewegt. Sie hat insbesondere für langzeitarbeitslose Menschen wegweisende arbeitsmarktpolitische Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte entwickelt und damit für unzählige Menschen neue berufliche Chancen ermöglicht. Dabei stand stets der ureigene diakonische wie christliche Auftrag im Vordergrund, Menschen am Rande der Gesellschaft  Hilfestellungen und Perspektiven zu geben. Und heute: Insolvenzantrag.

Die Instrumentenreform in diesem Bereich – die einen sagen „reine Sparreform“, die anderen rühmen sie als Instrument zu Verbesserung der Wiedereingliederung – hat jedoch nach Aussagen von Geschäftsführer Steffen Baumann eine wirtschaftliche Schieflage verursacht. „Leider haben alle Bemühungen der Diakonie Ruhr-Hellweg, hier gegenzusteuern, nicht den erhofften Erfolg erzielt: Die Arbeit und Lernen gGmbH ist nunmehr gezwungen, Insolvenz zu beantragen. Das ist ein Schritt, der uns sehr schwer fällt.“

Im Kreis Unna und darüber hinaus war die Arbeit und Lernen gGmbH in fast zwei Jahrzehnten vielfach Vorreiter bei dem Bemühen, Langzeitarbeitslosen wieder eine berufliche Perspektive zu vermitteln und dabei auf die speziellen Fähigkeiten und besonderen Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Dabei hätten die Mitarbeitenden mit viel Kreativität, oft ungewöhnlichen Projektideen und vielfach einzigartigen Lösungsansätzen unzählige Projekte erfolgreich umgesetzt. Steffen Baumann: „Sie haben Wegmarken gesetzt. Dafür und für ihre Mithilfe bei dem Bemühen, die Arbeit und Lernen gGmbH zu erhalten, gilt den Mitarbeitenden unserer besonderer Dank.“

Die Kaufnett Secondhand-Kaufhäuser und die NettWerker Dienstleistungsagentur, die Alltagshilfen insbesondere für ältere Menschen anbietet, sind bereits seit einiger Zeit aus dem Verbund der Arbeit und Lernen gGmbH ausgegliedert worden und eigenständig bzw. unter dem Dach der Diakoniestation EK Unna ambulant tätig.

Als Diakonie Ruhr-Hellweg setzen wir weiterhin arbeitslose Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit. So schaffen die
Kaufnett Secondhand-Kaufhäuser Chancen für den beruflichen Wiedereinstieg mit speziellen Qualifizierungsangeboten. Auch die NettWerker bieten berufliche Möglichkeiten für den Wiedereinstieg für Arbeitslose. Weitergehende Hilfestellung gibt es darüber hinaus in allen Beratungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg für besondere Zielgruppen, etwa für junge Mütter und Alleinerziehende, für Suchterkrankte oder psychisch Erkrankte und für Menschen mit geistiger Behinderung.

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek sprach vor Vertreterinnen und Vertretern von Arbeit und Lernen. (Foto: Diakonie)

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek sprach vor Vertreterinnen und Vertretern von Arbeit und Lernen. (Foto: Diakonie)

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