Caravan-Salon 2013: Seit dem Hubbett nichts revolutionär Neues

Nun haben wir mal wieder tapfer ein Jahr gewartet, waren mindestens ebenso tapfer dieses Jahr wieder mit unserem Mops (entlehnt von „Mopsgeschwindigkeit“ aus „Raumschiff Surprise“) – unser Mops ist ein steinalter Weinsberg Meteor – und konnten am Samstag (31. August 2013) endlich den diesjährigen Caravan-Salon in Düssseldorf, Campers Marathonlauf durch zahllose Hallen vorbei an noch zahlloseren Ständen.

Mini, aber mit Maxi-Vergnügen.

Mini, aber mit Maxi-Vergnügen.

Wir sammelten Ansichten, Einsichten und ventilierten Absichten, aber kamen am bitteren Ende und völlig fußkrank an eine realistische Aussicht: Weil wir in diesem Jahr nichts wirklich überzeugendes gesehen und erklommen hatten, werden wir noch ein Jahr zuwarten und uns dann noch einmal bei Weinsberg umschauen, die das erfreulichste Preis-Leistungs-Verhältnis hatten – mal sehen, was die dann gebraucht kosten. Vielleicht nähmen wir auch elnagh oder Sunlight ins Visier. Aber, was ich eigentlich sagen will, seit der Entdeckung des Hubbettes, mit der die sperrigen Alkoven-Aufbauten ein Ende fanden, ist den Tüftlern bei den einschlägigen Firmen nichts innovatives eingefallen. Und doch, der Düsseldorfer Salon war super, man konnte so schön schwärmen, was man alles kaufen könnte, wenn man nur hätte, was man dazu braucht: Geld.

Bauwagen-Anmutung, jedoch ein wahrer Luxusliner der Camper: Tonke macht's möglich.

Bauwagen-Anmutung, jedoch ein wahrer Luxusliner der Camper: Tonke macht’s möglich.

Auf der nach oben hin offenen Preisskala gibt es allerdings Wohnautos, die ich mir nicht einmal anschaffen würde, wenn ich es könnte. Die Schlachtschiffe beispielsweise, in deren Heckgaragen man einen Smart parken kann damit Mutter morgens auch standesgemäß Brötchen kaufen kann. Frage mich ja ohnehin, für welche Campingplätze die überhaupt taugen. Oder Luxusteile, für deren Besichtigung die Kundschaft eigens Plastiküberzieher über die beschuhten Füße streifen muss, damit dem kostspieligen Parkett drinnen ja nichts geschieht. So was stelle ich mir gern im Alltagsbetrieb bei zermatschtem Geläuf auf dem bei sonnigem Wetter traumhaften Platz am Pulvermaar in der Eifel vor.

Aber dennoch, es gibt auch unerschwingliche Fahrzeuge, die Träume wecken. Wie zum Beispiel der Fieldsleeper 2 der holländischen Traumcamper-Klöppler Tonke. Er kostet 96.338 Euronen, bietet aber die Optik eines restaurierten Bauwagens gepaart mit einem Luxus, der nur wenige Wünsche übrig lässt. Oder das futuristische Hausboot-Konzept von „coodo“ mobile living. Hat zwar mit Camping nicht gar so viel zu tun, kostet auch 99.000 Euro, aber ist einfach ein Traum mit Dachterrasse. Und die Formen sind zu verlieben. Nur cool.

Zwar nix für Camper, aber das Hausboot von coodo ist ein Traum. (Fotos: Rudi Bernhardt)

Zwar nix für Camper, aber das Hausboot von coodo ist ein Traum. (Fotos: Rudi Bernhardt)

Zum Verlieben auch der Anhänger für den BMW-Mini. Der ist auch mini und heißt „Cowley“, schön rot, super praktisch und schon die Aussicht auf tägliche Handhabung verspricht Vergnügen.  Gar nicht so kostspielig, aber auf dem besten Weg zum Kult ist „3Dog“ Camping aus Hamburg. Die bauen Zeltanhänger zum Sie sagen. Einhändiger Aufbau möglich, ohne dabei die westfälische Antwort auf Arnold Schwarzenegger zu spielen, total auf Praktikabilität getrimmt und richtig schön, da kann man aufs Zelt aufbauen schnell zu verzichten lernen. Oder die Autodach-Zelte von Air Camping aus Italien, da kommt man mit sparsamen Budget in die Klasse der Safari-Zelter und kann den Duft von weiter Welt auch daheim verbreiten. „Wo der wohl überall schon war?“

Manche Schätze aber kann man nicht mal kaufen, wenn man ausreichend Geld dafür hätte. Wie der legendäre Citroen, der sein Haifischmaul vor einen very britischen Anhänger spannt, an dessen Seitenwand die Queen dem schwärmenden Betrachter zublinzelt. Oder die Inneneinrichtung eines Dethleffs aus den 1960-er Jahren … hach, jetzt fehlte nur noch das Capri-Lied und plätschernde Adria.

Nun, ich werde das dann und wann noch mal fortsetzen, werde, nachdem mein Rücken und die Plattfüße sich erholt haben wieder dynamischer berichten können. Aber eines kann ich jede campende Leserin, jeden mobilen Leser versichern: Der Caravan-Salon in Düsseldorf ist ein Muss jedes Jahr, auch wenn er – wie in diesem – mit revolutionären Neuheiten geizte. Ach ja, und die Verpflegungssituation hat sich ein wenig verschlechtert, weil der Innenbereich eines Fressalienpavillions einem Kino für luxuriösen Off-Road-Campingurlaub weichen musste. Wenn’s denn der Kundenbindung dient.

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