Gehört zu Unna: „Mad Andy“ Koch, der alles singen kann

Die Tage wurden in der Vergangenheit immer häufiger, da saßen Andreas Koch, den alle nur Andy nennen, und ich beieinander und einer von uns sagte immer häufiger den unvermeidlichen Satz: „Weißt du noch …?“ Ja und dann kann jeder stets die Antwort sagen: „Klar weiß ich …“ Alte Männer sitzen eben gern mal am Lagerfeuer und tauschen das aus, was in ihrer Erinnerung noch blieb von damals. Ich weiß, ich bin etwas älter als unser immer jugendlich wirkender Andy, aber so ganz taufrisch ist der ja nun auch nicht mehr. Und zu solchen Gelegenheiten fällt mir dann ein Satz ins Bewusstsein, den ich zwar nie ausspreche, ihn aber ernsthaft bewege: „Was hätte aus diesem Wahnsinnstalent werden können?“

Ja, diese Ansicht vertrete ich noch heute und werde sie wohl nie ausradieren lassen. „Mad Andy“ ist ein Wahnsinnstalent und hätte in der Vergangenheit eine Leitersprosse erklimmen können, die ihn locker neben erlesene Namen im bundesdeutschen Unterhaltungssektor hätte aufsteigen lassen. Und so ist das auch keineswegs zufällig, dass die „Bruskettas“ – auch die „B’s“ genannt – und er zum Beispiel beim 50. Geburtstag des damaligen BVB-Managers Michael Meier auf die Melodie von „Purple Rain“ den Schlachtgesang „Pöhlen geh’n“ anstimmten, dass er mit den damaligen Musikanten des „Prager  Holz und Blech“ in Berlin-Charlottenburg beim Kulturstadt-Wettbewerb des ZDF ihre besondere Ruhrgebietshymne durch die ganze Republik schmetterten und bis heute „Mad Andy“ und seine nicht minder begabten Kollegen Musik-Projekte in der Stadt anwerfen, deren Ergebnisse ihresgleichen suchen. 2013 wird es kurz vor Weihnachten eine Hommage an Mick Jagger sein … passt haargenau. Nein, kein Zufall, das alles ist Ergebnis harter gemeinsamer Arbeit und fundierten Talentes bei allen Musikern, mit denen Andy auftritt.

Unser gemeinsamer Weg beginnt irgendwann Ende 1970, da flatterten wir mit den „Falken“ nach Norden, Gotland war das Ziel, die Insel vor Schweden, die fast so viele Sonnentage hat wie Malle. Wir wollten Ferien verleben, wollten feiern, fröhliche Zeiten verbringen und pöhlen geh’n …  und machten das auch so. Nur eines machten wir nicht: das Ganze mit lauter lustigen Gelagen garnieren, weil das in Schweden einfach zu teuer für uns war.

Andy erlernte den Beruf des Schildermalers und übt ihn bis heute erfolgreich aus. Sein Arbeitgeber hat einen für Andy ganz besonders beliebten Hauptauftraggeber, den Ballspielverein Borussia in Dortmund. Da arbeitet Andy, da kam er einmal her, aber seine Liebe gehört heute schon lange Unna, der Stadt, in der er groß wurde und die ihn seine Leidenschaft fürs Kreative und vor allem die Musik entdecken ließ.

Andy gab mir unlängst bei einem unserer „Weißt-du-noch-Gespräche“ die Antwort auf meine stets unausgesprochene Frage, was aus ihm alles hätte werden können. Wir kamen drauf, als wir austauschten, dass Stefan Jürgens mal wieder in Wien Folgen für die gleichnamige „SoKo“ abdrehte und wir feststellten, dass Kreative aus Unna ganz schön was erreichen können wie man an Stefans Beispiel oder bei Bernd Stelter oder Klaus Menne oder vielen anderen sehen könne. Na und? Andy meinte fröhlich, er sei ein zufriedener und glücklicher Mensch, er lebe in der Stadt, in der er sein wolle, er habe eine wunderbare Frau und eine ebenso wunderbare Tochter und einen Freundeskreis, dessen Umfang jede Aufzählung sprenge.

Ja, das genau war die Antwort. „Mad Andy“ Andreas Koch gehört nach Unna und nirgendwo anders hin. Und wenn er und die „B’s“ Ende dieses Jahres rockige Akkorde und Jaggernde Gesänge in die Menge dröhnen lassen, dann sind sie alle Stars, die jeden fremden Ruhm überstrahlen.

Ein Foto von 1981. Es zeigt das Hoffmanns Comic Teater mit Wolfgang Bär, Peter Möbius, Uta Rothermund, Rio Reiser,Claudia Roth, Rainer Pause, Martin Hartmann, Andy Koch, ein Foto von 1981. Es zeigt das Hoffmanns Comic Theater mit Wolfgang Bear, Peter Möbius, Uta Rothermund, Rio Reiser,Claudia Roth, Rainer Pause, Martin Hartmann, Andy Koch, Gerd Möbius. (Foto: privat)

Ein Foto von 1981. Es zeigt das Hoffmanns Comic Teater mit Wolfgang Bär, Peter Möbius, Uta Rothermund, Rio Reiser,Claudia Roth, Rainer Pause, Martin Hartmann, Andy Koch, Gerd Möbius. (Foto: privat)

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