Diskussion um Integration, ihre Wegbereiter und ihre Skeptiker

Deutschland – ein Einwanderungsland. Es hat lange gedauert bis diese Realität anerkannt wurde. In einem Einwanderungsland ergibt sich eine zweifache Herausforderung. Einmal braucht es eine Integrationsleistung der
zugewanderten Menschen und zum anderen muss eine einwanderungsoffene Gesellschaft bereit sein, die eigene
kulturelle Identität weiter zu entwickeln. Gesellschaftliche Veränderungen erzeugen Ängste und viele Menschen verbinden diese eher mit bedrohlichen Erwartungen. Es bedarf daher konkreter gemeinschaftsstiftender Anstrengungen
auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Die „Sarrazin-Debatte“ hat vor allem die Integrationsskeptiker unterstützt und die Angst vor kultureller Vielfalt gefördert. Die vielen Erfolge im Zusammenleben der Menschen aus verschiedenen Kulturen gerieten in den Hintergrund.
Integrationspolitik bleibt eine wichtige Aufgabe und muss besonders auf kommunaler Ebene gestaltet werden. Klaus Koppenberg hat als einer der Vertreter des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus eine Gesprächsrunde zum Thema organisiert. Wie und was geleistet werden kann und wie dies durch die bundes- und landespolitischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird, sollen am 29. August 2013 um 19 Uhr im Café im Zentrum für Information und Bildung in Unna Volker Beck (Die Grünen) und AliDogan (SPD) diskutieren.

Volker Beck ist Mitglied des Deutschen Bundestages, Parlamentarischer Geschäftsführerführer der Bundestagsfraktion und Sprecher für Fragen des Menschenrechts. Ali Dogan ist Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Migration
und Vielfalt der NRWSPD und stellvertretender Vorsitzender dieser Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene.

Grundlage der Diskussionsveranstaltung sind Thesen des Buches „Kritik und Gewalt“ von Klaus J. Bade. Der Autor ist einer der führenden Migrationsforscher in Deutschland und weist in seinem Buch auf die Gefahr hin, dass eine überzogene Kritik und eine skandalisierende Darstellung des Integrationsprozesses letztlich den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefährden. Bade kritisiert, dass radikale minderheiten- und damit verfassungsfeindliche Blogs wie PI News vom Verfassungsschutz weiter ignoriert werden und findet Razzien gegen Nazis und ein paar Reparaturen am
Verfassungsschutz seien nicht genug.

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