Deutsch-griechische Kooperation auf dem europäischen Arbeitsmarkt gewinnt ministrable Formen

Die „Werkstatt im Kreis Unna“ wird in Kooperation mit der „Arbeitsgemeinschaft Internationaler Jugendprojekte Unna e.V.“ (AGIP) mit dem Standort Gythio/Anatoliki Mani auf dem Peloponnes und der heimischen Wirtschaft im östlichen Ruhrgebiet in den Branchen der öffentlichen Infrastruktur, Umwelt- und Energietechnik Ausbildungsplätze in Deutschland für griechische Jugendliche anbieten und hat entsprechende Projektanträge gestellt.

Das verabredeten der Geschäftsführer des „Paritätischen“ (DPWV) im Kreis Unna, Peter Sylvester und der AGIP-Vorsitzende und ehemalige Bundestagsabgeordnete Rolf Stöckel mit dem stellvertretenden griechischen Innenminister, Leonidas Grigorakos, dem regionalen Abgeordneten, am Samstag in der Einrichtung des Unnaer Vereins in Karyoupolis/Gythio.

von links: Michael Jakob, Bevollmächtigter der AGIP in Griechenland, Panajotis Kombojorgos, PASOK, Vorsitzender Region Mani/Gythio, Leonidas Grigorakos, PASOK Abgeordneter Nationalversammlung für Lakonia und stellv. griechischer Innenminister Takis Kapourelakos, Rolf Stöckel, Peter Sylvester, Geschäftsführer Paritätischer im Kreis Unna. (Fotos: privat)

von links: Michael Jakob, Bevollmächtigter der AGIP in Griechenland, Panajotis Kombojorgos, PASOK, Vorsitzender Region Mani/Gythio, Leonidas Grigorakos, PASOK Abgeordneter Nationalversammlung für Lakonia und stellv. griechischer Innenminister Takis Kapourelakos, Rolf Stöckel, Peter Sylvester, Geschäftsführer Paritätischer im Kreis Unna. (Fotos: privat)

Geschäftsführer Peter Sylvester:„Wir haben immer wieder bei den höchsten Stellen für unsere Vorschläge geworben, jetzt bekommen wir endlich auch Unterstützung von unserer Landesregierung und dem Bundesarbeitsministerium. Wir freuen uns, dass mittlerweile auch der Parlamentarische Staatssekretär, Hans-Joachim Fuchtel, Griechenlandbeauftragter der Bundesregierung, uns schriftlich seine Unterstützung zugesagt hat.  

„Wir begrüßen die Initiative unserer Freunde aus Unna außerordentlich“, betonte  auch Minister Grigorakos, „ genau das brauchen wir jetzt dringend, hier wird nicht nur geredet sondern angepackt und den Jugendlichen ein konkretes Angebot in Zukunftsbranchen und für ihre persönlichen Perspektiven gemacht. Das dient der Wirtschaft beider Länder.“

Damit sind die Unnaer, die sich schon über Jahrzehnte in der Region Mani engagieren, auch Pioniere für das neue  EU-Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa.  An dem griechischen Standort der AGIP sollen Vorbereitungskurse geleistet werden. Der Unnaer Verein AGIP will auch selbst im Projekt „Ger-Mani“ griechische Jugendliche in den Bereichen Tourismus, Hauswirtschaft und Baugewerke vor Ort bilden und beschäftigen. Das Ausbildungsprojekt soll möglichst durch eine Projektpartnerschaft des Kreises Unna mit der Gemeinde Anatoliki Mani im Rahmen der europäischen und bilateralen Verabredungen flankiert werden.

Die zunächst geplante Laufzeit des Projektes ist inklusive einer Vorbereitungsphase für den Zeitraum Frühjahr 2014 bis Anfang 2018 vorgesehen.

Unnas Freund „Takis“ Kapourelakos mit Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnetWilly Brandt Medaille 2

Der Besuch des Ministers Leonidas Grigorakos in der Einrichtung der AGIP aus Unna in Gythio wurde auch genutzt, um den langjährigen Freund des Unnaer Vereins, Panajotis “Takis“ Kapourelakos, der sich von 1960 bis Ende der 80er Jahre als einer der ersten griechischen Gastarbeiter  in Deutschland für bessere Arbeitsbedingungen seiner ausländischen Kollegen eingesetzt hatte, mit der Willy-Brandt-Medaille, der ranghöchsten Ehrung für Sozialdemokraten,  auszuzeichnen. Der heute fast 80-jährige, geprägt als Kind von den Verbrechen der Nazis in seinem Land, war ein wichtiger und immer wieder von der Geheimpolizei bedrohter Verbindungsmann der griechischen  Opposition in Deutschland während der Zeit der Militärjunta, und seit 1963 der SPD in Duisburg und später in Hamburg fest verbunden.

„Viele kennen Takis von seinen Besuchen in Unna als Sprecher des griechischen Beirates in unserem Verein. Ohne seine Unterstützung, Lebenserfahrung und humorvolle Art hätten wir das hier nicht geschafft. Er hat die Ehrung durch die SPD nicht nur verdient, das hätte dem Internationalisten, Widerstandskämpfer und Friedenspolitiker Willy Brandt auch wirklich gut gefallen“, begründete Rolf Stöckel, früherer Bundestagsabgeodneter und ehemaliger Vorsitzender der SPD im Kreis Unna, stellvertretend für den SPD-Parteivorstand die feierliche Auszeichnung.

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