Wahnsinniger Aufwand, der lohnte: DRKler modernisieren ihr gutes, altes Vereinsheim

Fast 150.000 Euro hat der Ortsverein Unna des Deutschen Roten Kreuzes in den vergangenen Jahren in die Sanierung seines Vereinsheims in der Krautstraße gesteckt. Die Ergebnisse stellen die Rotkreuzler mehr als zufrieden: Um rund 60 Prozent senkten sie den Energieverbrauch, den Keller bauten sie zu einem modernen Logistikstützpunkt ihrer zumeist ehrenamtlichen Arbeit aus – dies zu einem großen Teil in Eigenleistung, um Kosten zu sparen.

Am Samstag, 10. August, trafen sich die zumeist ehrenamtlichen Helfer zu einem Großeinsatz in eigener Sache: Sie räumten ihr komplettes Vereinsheim leer, um Haus und Gelände in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, den Materialbestand aufzunehmen und Platz zu schaffen für die letzte große Maßnahme im Rahmen der Sanierung: die Anschaffung einer neuen Küche. Diese ist bereits bestellt, in wenigen Wochen sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Für das DRK ist das der Schlusspunkt eines dreijährigen Sanierungs- und Renovierungsprojektes, das vor allem zwei Ziele hatte: die Senkung des Energieverbrauchs und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die Notwendigkeit, den Verbrauch an Erdgas zu senken, ergab sich aus dem baulichen Zustand des Hauses: Die ehemalige Bergmannsschule der Klöckner-Werke stammt noch aus den 50-er Jahren; einer Zeit, in der von Wärmedämmung noch keine Rede war. „Die Energiekosten“, schildert der stellvertretende DRK-Vorsitzende Helmut Hartleif, „liefen uns davon.“ Mit Unterstützung der Architektin Astrid Stadtmüller gingen die Rotkreuzler das Projekt im Frühjahr 2010 an: Dach, Außenwände, Kriech- und Logistikkeller wurden mit einer Dämmung versehen, alte Fenster durch neue ausgetauscht, die Heizungsanlage wurde durch eine moderne ersetzt und mit einem hydraulischen Abgleich optimiert. Auch das Vordach, das aus Beton bestand, musste einer Stahlkonstruktion weichen – „die Wärmebrücke war für einen beträchtlichen Teil des Energieverlustes verantwortlich“, erklärt Architektin Stadtmüller. Die Zahlen zeigen, dass die Arbeit nicht vergebens war: Betrug der Gasverbrauch im Jahr 2008 noch bei 111.500 Kilowattstunden, lag er im Jahr 2011 nur noch bei 46.000 kwh – macht eine Verbrauchssenkung von 60 Prozent.

Das DRK profitierte bei den Umbaumaßnahmen von engagierten örtlichen Handwerksbetrieben, die der Hilfsorganisation besonders verbunden sind. Klassische Bauherrenaufgaben erledigten die DRK-Mitglieder dabei selbst, um Kosten zu sparen – zusätzlich zu ihrem Alltagsgeschäft. Ein enormer Aufwand: So haben die ehrenamtlichen Helfer allein 6.000 Einsatzstunden in diesem Jahr absolviert – „so viel wie im vergangenen Jahr insgesamt“, berichtet Rotkreuzleiter Sascha Stelter.

Manuel Römer, Natascha Nowak und Kai Nogatzki (vorn, v.l.n.r.) gehörten zu den fast 20 ehrenamtlichen DRK-Mitgliedern, die bei beim traditionellen Jahresputz ihr Vereinsheim auf Hochglanz brachten. (Fotos: Peter Büttner)

Manuel Römer, Natascha Nowak und Kai Nogatzki (vorn, v.l.n.r.) gehörten zu den fast 20 ehrenamtlichen DRK-Mitgliedern, die bei beim traditionellen Jahresputz ihr Vereinsheim auf Hochglanz brachten. (Fotos: Peter Büttner)

Zeitgleich baute das Rote Kreuz seinen Logistikkeller aus – das Materiallager des Vereinsheims ist sozusagen das Herz der Arbeit der Rot-Kreuz-Helfer: Hier lagern technische Geräte, Sanitätsmaterial und die Einsatzverpflegung – insgesamt 300 Artikel von Abfallsammlern für die Gerätewagen bis Zündkerzen für die Stromerzeuger finden in dem Raum ihren Platz. „Sorgfältig sortiert, damit im Einsatz sofort alles griffbereit zur Verfügung steht“, schildert Jörg Gemballa, Logistikleiter des DRK-Ortsvereins. Ein neu eingerichteter Hygienebereich mit einer modernen Spüle ermöglicht direkt vor Ort das Säubern und Desinfizieren des gebrauchten Materials, wenn die Rotkreuzler von einem ihrer zahlreichen Einsätze zurückkommen. Allein 30.000 Euro flossen in die Renovierung des Kellers; ein abgeflachter Aufgang zum Hof ermöglicht neuerdings die Nutzung von Hubwagen, um schweres Material zu verstauen.

Es folgten die Arbeiten im Haus – Stück für Stück, weil das Alltagsgeschäft ja weiterging. Die Toiletten wurden modernisiert, die Räume renoviert. Neues Mobiliar zog ein, Tische und Stühle sind jetzt mit Rollen versehen. „Dies macht Sinn, weil wir gerade bei Blutspenden ganze Räume leerziehen müssen“, sagt Sascha Stelter. Der Rotkreuzleiter koordinierte den Frühjahrsputz, bei dem die fast 20 Helfer am Samstag den Einzug der neuen Küche vorbereiteten und sich einen Überblick über das vorhandene Material verschafften. Für ihn und die Einsatzkräfte bedeutet der Umbau vor allem eines: eine Erleichterung der Arbeit.

Wer die Arbeit des DRK unterstützen möchte, kann dies unter anderem mit einer Spende auf das Konto 86702 bei der Sparkasse Unna (BLZ 44350060) tun. Wird eine Spendenquittung benötigt, sollte im Verwendungszweck zusätzlich der Name und die Adresse angegeben werden.

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