Gehört zu Unna: Jon Taylor, eigentlich war er doch schon immer da!

Für Unna ist er ein wenig wie die „Stones“ für den weltweiten Rock: Eigentlich war er schon immer da! Aber Tatsache ist, dass Jon Taylor erst im April 1983 zur Stadt stieß und sie dann nicht mehr dauerhaft verließ. Jon (wohlgemerkt, ohne „h“) muss sich zwar erstmal telefonisch bei Freunden erkundigen, wann genau er in Unna aufschlug, aber das Schwarmgedächtnis seines fast paneuropäischen Freundeskreises hilft ihm schnell auf die Sprünge.

Jon Taylor ist Endländer, wie der Name unschwer verrät, auch sein Akzent, den er nicht verstecken will, obwohl sein Deutsch inzwischen so perfekt ist, dass er es anderen lehren könnte statt es selbst noch weiter zu lernen. Vor 58 Jahren (ja, stimmt!) wurde er in St. Agnes in Cornwall geboren, wuchs dann aber in der Hafenstadt Poole auf. Sein Vater arbeitete als Ingenieur in Sachen Aerodynamik, die Mutter schaffte als Architektin und war eine großartige Musikerin. Offenbar schmolzen deren positive Gene bei Jon so perfekt zusammen, dass er Musik zur lebenslangen Liebe erkor und damit auch sein Geld verdient – bis auf den Tag – und es geradezu genießt, mathematische Probleme zu lösen, seien sie auch noch so knifflig.

Börlin, das war 1974 zunächst das Ziel in Germany, als er die Insel verließ, um sich ein wenig in Europas Festland umzusehen. Doch zunächst blieb er erstmal in Hannover hängen (weil da Martina lebte, erinnert er sich grinsend). Von da ging’s an die Spree wo er in Lokalen das jeweilige Klavier virtuos bearbeite und coole Gesänge in die Läden schmetterte.

Dann verschlug es ihn nach Ostwestfalen in eine Kneipe mit namen „Ruine“, was hinfällig klingt, aber ein Kondensationskern großartiger und begabter junger Musiker war. Da staunten die Youngster schon mal ehrfürchtig, was Alexis Korner (bei ihm hatten die Stones vor über 50 Jahren ihren ersten großen Auftritt) zauberte. Dort lernte er auch den Unnaer Wolfgang Flammersfeld kennen, der nicht nur ein Guittarero von hohem Rang war und ist, sondern auch genial-kreative Geschäftsideen verwirkichen konnte. Noch heute arbeiten die beiden zusammen. Aktuell bei „Worlds of Lights“, einem Projekt, das schon seit Jahren erfogreich läuft (auch in Unna) und bundesweit immer mehr Beachtung findet.

Na, und dann kam, was kommen musste, Wolfgang nahm Jon mit nach Unna, der spielte hier immer erfolgreicher sein geliebtes Klavier und blieb. Im „Morgentor“ ließ damals Karl-Heinz Schräder ihn als festen Bestandteil der Unnaer Kneipenszene auftreten, Feste, Events forderten ihn an, dass er Musik mache. Wenn die SPD-Oberstadt zum „Roten Sofa“ einlud, begleitete Jon den Talk in den Pausen mit schönen Klängen. Zwischenzeitlich wurde 1991 sein Sohn Sean geboren, legte der fleißige Vater das Abitur ab und brach den Studienversuch ab, weil er eine befristete Festanstellung bei der Stadt vorzog.

Aber andererseits zog es in immer wieder zurück in die Musikerszene, in den Kreativ-Pool der Stadt. Bisschen grau ist er geworden, und immer noch rank und schlank wie einst. Stets wirkt er geschäftig, hat schnell was zu erledigen und versenkt sich in Kommunikationspausen gern in sich selbst, um dann wieder aufzuspringen, weil sein Handy signalisiert, dass irgendwo – bei Wolfgang oder beim Bornekampbad oder an anderer Stelle der Stadt sein Eingreifen erforderlich wird. Jon, eigentlich war er ja schon immer da.

"Ask for Jon", wenn du gute Musik für deine Event brauchst. (Fotos: Rudi Bernhardt)

„Ask for Jon“, wenn du gute Musik für deine Event brauchst. (Fotos: Rudi Bernhardt)

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