Runder Tisch ist f ü r Demokratie und offene Toleranz in unserer Stadt

Am Freitag den 19. Juli lud die Katharinengemeinde abends zu einem Friedensgebet auf den Kirchplatz. Im Anschluss an eine Kunst- und Informationsaktion des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus auf dem Alten Markt versammelten sich ca. 300 Unnaer Bürger, um sich mit einem deutlichen Zeichen für ein tolerantes Miteinander in ihrer Stadt einzusetzen. Anlass für dieses gemeinschaftliche öffentliche Auftreten war ein Aufmarsch und eine Kundgebung der rassistischen Partei „Die Rechte“. Hinter dieser Partei verbergen sich die Mitglieder der verbotenen Nazi-Kameradschaften Dortmund und Hamm, die sich so neu organisieren.

Der Runde Tisch verbindet bei seinen kreativen Aktionen auf einer breiten Ebene die gesellschaftlichen Gruppen.  Stadtischen Kirchengemeinden, Weiterbildungseinrichtungen, Schulen, soziale Institutionen, politische Parteien und Unnaer Bürger  arbeiten hier zusammen. Eines der vordringlichen Ziele ist es, mit dem eigenen Vorgehen nicht nur zu reagieren, sondern eigene Akzente zu setzen und vor allem die Gruppen einzubinden, die in der Stadt, besonders in der Innenstadt ansässig und aktiv sind. So wird die Aussage  „Die Kreisstadt Unna hat keinen Platz für Rechtextremismus“ durch kreatives und friedliches Auftreten verdeutlicht. Sowohl die VHS am ZIB als auch der Kreis Unna hatten sich im Vorfeld mit großen Transparenten an ihren Gebäuden auf diese Weise öffentlich positioniert.

Jede andere Form der Gegendemonstration oder Kundgebung müsste bei der Kreispolizeibehörde beantragt werden. Die Polizei würde diese nur genehmigen wenn Demonstration und Gegendemonstration an verschiedenen Orten stattfinden würden. Aktionen, die unter dem Vorzeichen „ziviler Ungehorsam“ polizeiliche Auflagen umgehen, lehnt der Runde Tisch ab. Er hat sich zur Aufgabe gestellt, vor allem deeskalierend aktiv zu sein. Sein Protest gegen Gewalt und Rassismus  erhält damit einen konstruktiven Charakter für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Eine Protestaktion im Angesicht rassistischer Marschierer stellt schwer zu erfüllende Anforderungen an die örtlichen Gegebenheiten und bringt die Polizeibeamten im Einsatz häufig in schwierige und unübersichtliche Situationen. Die haben sie gerade durch Bürgerinnen und Bürger, die sich zu einer offenen Demokratie bekennen, nicht verdient.

Aus diesen Gründen wird der Runde Tisch in Unna seine Aktivitäten weiter so gestalten, dass auch an der Form des öffentlichen Auftritts der Unterschied zwischen demokratischer und rassistischer Haltung deutlich wird. Die Kunstaktion „Alle sind anders – Alle sind gleich – Alle sind wichtig“ mit der Unterschriftensammlung wird zurzeit noch in der Stadtbücherei fortgesetzt. Dort werden auch auszuleihende Bücher zum Thema präsentiert.

Klaus Koppenberg

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