Aus der Rathaus-Galerie (6): Die standhaften Lego-Männchen sind wieder da

Die Rathaus-Galerie ist wieder komplett. In der Bürgerhalle und im Foyer des Einganges A stehen wieder die Lego-Männchen, die eigentlich „Ecce HomoI“ und „Ecce Homo II“ heißen.  Am Freitag, den 26. Juni 2013 wurden in der die restaurierten Kunstwerke des Bildhauers Heinz Kleine Klopries (seit seiner Heirat: Heinz Ackermanns) wieder aufgestellt.

Die beiden Skulpturen aus dem Schaffensjahr 1986 von dem in Xanten lebenden und arbeitenden Künstler Ackermanns wurden mit kundigen Händen von dem in Unna lebenden und arbeitenden Kunstschmied Leo G. Pira instandgesetzt. Bereits im Vorfeld wurden die anderen Kunstwerke der Rathausgalerie durch die Fa. Strathoff restauriert.

Mit den Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten der Skulpturen Ecce Homo I + II und der übrigen Kunstwerke der Rathausgalerie wurde der Beschluss des Kulturausschusses zur Nachhaltigkeit und strukturiertem, zukunftorietiertem Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum umgesetzt.

Zu den Kunstwerken „Ecce Homo“:

Beim Betrachten der beiden Lego-Plastiken auf Eisensockeln mögen sich viele erwachsene Menschen an ihre eigene Kinderzeit und die Legospielkiste erinnert fühlen, aber der Bildhauer Kleine-Klopries polarisiert hier für jeden Betrachter. Durch sein Hauptthema: der menschliche Körper und das Dasein des Menschen in seiner Umwelt lenkt er zwar bisweilen empörte Blicke auf seine Figuren, schafft aber damit einen Kampfraum für individuelle Gedanken jedes Euinzelnen. Ganz bewusst knüpft er mit seinem Titel „Ecce Homo“ an die Passionsgeschichte an und formte die Lego-Skulpturen auf tragenden Eisensockeln nach dem bekannten Ausspruch des Pilatus (Johannes 19, 5) – „Seht, welch ein Mensch“.

Der Mensch, ziemlich angekokelt, aber auch er standhaft wie sein Kollege draußen in der Bürgerhalle. (Fotos: Stadt Unna)

Der Mensch, ziemlich angekokelt, aber auch er standhaft wie sein Kollege draußen in der Bürgerhalle. (Fotos: Stadt Unna)

Anekdotisches am Rande: Die Lego-Männchen, ich bleibe mal bei der populären Bezeichnung, galten einst als die standhaftesten Gesellen in der Stadt. Dorothea Weidner, legendäre Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat, mochte die Kunstwerke nicht, gleiches galt für ihren  mindestens ebenso legendäre SPD-Kollegen Heinz Steffen. Sie forderten beide in großer Koaslition: Die Teile müssen weg! Aber die bekritelten Männer hielten stand, wo sich gerade bei dieser Zusammenballung von politischer Kraft andere längst im benachbarten Erdboden verbuddelt hätten. Die Zeit war es dann, die an der Substanz der Kunstwerke im öffentlichen Raum genagt hatten und zur fachmännischen Restaurierung zwangen. Prima, sie sind wieder da – an manches gewöhnt man sich eben.

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