Unnas Feuerwehrleute: Super trainiert und bestens ausgebildet

Letzte Ratssitzung vor den Sommerferien 2013, ist wie in jedem Jahr zuvor so ein wenig familiär, man sieht sich sechs Wochen lang nicht so regelmäßig wie gewohnt, da sagt man gern mal über die Fraktionsgrenzen hinweg freundliche und manchmal sogar versöhnliche Worte, vor allem aber begrüßt man sich besonders ausgedehnt. Letzte Ratssitzung vor den Ferien 2013, da sind so viele Gäste auf den Zuschauerrängen wie selten, alle in der vertrauten Uniform der Unnaer Brandschützer, zu Dutzenden saßen Wehrmänner aus dem gesamten Stadtgebiet im Ratssaal und verfolgten die Worte von Bürgermeister Werner Kolter. Der nahm wieder einmal auf europäische Rechtsprechung Bezug, die besagt, dass den Feuerwehrleuten ein Mehr an Vergütung für die zahllosen Überstunden zustehe, die Stadt – wohl wissend, dass dies nicht wirklich angemessen sein kann – eine Zahlung pauschal verfügt habe. Und dass diese pauschale Zahlung für nicht ausreichend gehalten wird, das demonstrierten die Wehrleute im Ratssaal. Ich versuchte, jedem die Hand zu geben, hoffe das auch ohne Auslassungsünden hinbekommen zu haben und murrte zwischendurch, dass „mir die Tatze schmerze“ von so vielen kraftvollen Händedrücken. Erheiterte die Herren sichtbar.

Nachbesprechung vor dem Ratssaal-Eingang: Unnas Wehrleute hatten zuvor noch einmal deutlich auf ihre Situation hingewiesen, die letzte Ratssitzung vor den Ferien genutzt. (Foto: Rudi Bernhardt)

Nachbesprechung vor dem Ratssaal-Eingang: Unnas Wehrleute hatten zuvor noch einmal deutlich auf ihre Situation hingewiesen, die letzte Ratssitzung vor den Ferien genutzt. (Foto: Rudi Bernhardt)

Noch am Morgen des Donnerstags (19. Juli 2013) hatten Unnas Wehrleute einen Beweis dafür abgelegt, dass sie jeden Cent verdienen, den sie bekommen. Eine selten ernste Lage: Brand im Katharinen Hospital in den frühen Stunden des Tages. Dort hatte ein Hardware-Schaden am Magnetresonanztomografen (MRT), liebevoll die „Röhre“ genannt, das gesamte Haus in  helle Aufregung versetzt.

Alles, was Beine hatte und Feuerwehrkleidung trug, vier Räder in Bewegung setzen konnte war innerhalb von wenigen Minuten zur Stelle. Eine wohl durchdachtes und bestens aufeinander justiertes Räderwerk griff ineinander, jedes Individuum wusste um seinen Platz und seine Handlungsoptionen, die Wehrleitung ordnete sich automatisch der Leitungsebene unter, die als erste am Einsatzort eingetroffen war, vorbildlich und souverän gingen alle ans Werk und hatten in kürzester Zeit die Lage fest im Griff. Die „Röhre“ war zwar schwer mitgenommen, Gebäude oder gar Personal oder Patienten nahmen nicht den geringsten Schaden. Unnas Wehren lieferten wie selbstverständlich ein Meisterstück ab.

„Üben, üben, üben!“ Simples aber erklärendes Geheimnis für Einsatzszenarien unterschiedlicher Art. Krankenhäuser und Alarm, das sind zwei Dinge, die bei allen Feuerwehrleuten auf der Welt Krisenbilder im Kopf auslöst. Da fahren sie stets mit ganz großem Besteck auf, auch dann, wenn sich herausstellt, dass nicht alles gebraucht werden sollte. Noch bewundernswerter aber ist, das hervorragend geschmierte „Räderwerk“ einzelner Menschen, die zusammen eine ungemein effektive und professionelle Einheit bilden, damit in unserer Stadt Menschen sicherer leben.

Mal ein saftiges Glückauf in Richtung Florianstraße!

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