Aus der Rathausgalerie (3): Jutta kam aus Bielefeld und blieb am Hellweg

Wer Unnas Rathaus betritt, der sieht sich alsbald in einer Art Ausstellungs-Rundgang, weil auf jeder Etage und in jedem Flur dem geneigten Besucher, der schauenden Besucherin Kunstwerke ins Auge fallen, die seit vielen Jahren die prosaisch anmutenden Wände verschönern. Zu verdanken ist dies einer früheren Sammelleidenschaft maßgeblicher Kulturpolitiker/innen, der segnenden Aufmerksamkeit des damaligen Stadtdirektors Klaus Dunker und dem scharf gefeilten Geschmack des einstigen Kulturamtsleiters in Unna, Axel Sedlack. Allesamt suchten sie nicht nur “der Stadt Bestes”, sondern auch das Beste, was künstlerisch Schaffende in der Stadt und mit der Stadt verbundene Ausstellungsfähiges kreierten. Jutta Hellweg, sie trägt nicht nur einen standortbezeichnenden Namen, sie lebt auch nach wie vor in Unna und sie ist mit einem Werk Bestandteil der Stilvielfalt in der Rathaus-Galerien.

1947 wurde sie in der Stadt, die es durch ihren amtlichen Geburtstag belegt, doch gibt, in Bielefeld geboren. Sie durchlief ihr Studium an den Fachhochschulen für Design in Münster und Dortmund mit den Schwerpunkten Malerei und Freie Grafik und zeigte schon früh, dass da viel Talent in ihre gehoben werden wollte. Ein Talent, das sich ebenso drall und farbenfroh artikulieren konnte (siehe Rathaus 1. Stock), das auch mal an Gaugin’schen Duktus erinnern kann, das aber auch feine Gesichtszüge in eine anziehende Textur malen kann (Mutti und Tante Lieselotte), also ein Talent, aus dem Jutta Hellweg eine Gestaltungsfähigkeit entwickelte, die ihren Namen in große Ferne trug.

Frauenbilder bestimmen Jutta Hellwegs Werk. (Foto: Rudi Bernhardt)

Frauenbilder bestimmen Jutta Hellwegs Werk. (Foto: Rudi Bernhardt)

1981 machte sie ihr Abschlussdiplom. Seither gibt sie nebenjer Workshops, verrichtet mit Fleiß kunstpädagogische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, stellte museumspädagogische Projekte auf die Beine, arbeitet an Konzeption und Durchführung von Kunstprojekten in vielen Städten und Gemeinden. Ihre Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen führten sie weit im In- und Ausland herum.

Ein Thema, das ihr bisheriges Lebenswerk begleitet und immer wieder in wandelbaren Formen und Ausdrucksweisen beinahe typisch für ihre Bilder geworden ist, das ist die Frau – ihre gesellschaftliche Stellung, ihre generelle Schönheit, ihre historische und aktuelle Stellung in einer nach wie vor chauvinistischen Umgebung. Dass Jutta Hellweg der Generation angehört, die sich und andere zu befreien versuchte, dabei auch in Kauf nahm, selbst zu rempeln und auch gerempelt zu werden, sieht mensch beinahe jedem ihrer Werke an.

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