Noch’n Nachtrag in Sachen Jochen

Noch’n Nachtrag in Sachen Jochen. Für Jochen Buschieweke, der unlängst das Pensionärsdasein antrat – wie an dieser Stelle zu lesen war – hatte unser Freund Heinz Bischoff, der zum Abschiedstermin krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, ein Gedicht geschmiedet und klaren Wortes gereimt den Jochen in seinen Grundzügen skizziert. Das sollte eigentlich niemandem vorenthalten bleiben, daher hier ein Nachabdruck. Das Poem wurde indes bereits dem Adressaten vorgetragen. Diese Aufgabe hatte Till Knoche übernommen.

Unser Jochen

 

Dir, lieber Freund, Mensch Jochen,

Dir sei zum Anlass heut‘  ein Abschiedswort gesprochen.

 

Wie viele Jahre, Monat`, Wochen

Warst Du im Rathaus hier doch: unser Jochen.

 

Du hast so manchen grauen Alltag uns

Mit Witzen, Reimen, Sprüchen unterbrochen.

 

Du hast mit deinem Wissensschatz zu Eisenbahnen

In diesem Saal Dein Publikum oft imposant bestochen.

 

Doch auch im Dienst, im Vorgang, im Konflikt

Warst stets Du Deine eig´ne Marke: unser Jochen.

 

Du hast sozial für manchen armen Schlucker

´ne Lanze hilfreich  ihm gebrochen.

 

So manchem  zu Unrecht wütend´ Bürger

Hast ins Gewissen geduldig ihm gesprochen.

 

Im Rechtsstreit konntest Du, wo Du im Recht,

Auf Deine Rechtsauffassung heftig pochen.

 

Du hast Dich was getraut, gewagt,

Wenn Du ein Übel ungeschönt hast angesprochen.

 

Wenn´s galt, Kollegen beizustehen,

hast Du Dich nie verkrochen.

 

Dem Bild vom artig` Untertan im Amt

Hast Du auf Deine Art echt nie entsprochen.

 

In manchem Streit hast Rückgrat Du gezeigt.

Schon mal hat´s Dich gebeugt, doch niemals Dich gebrochen.

 

Dem Stadtwohl dientest Du, jedoch den hohen Herrn

Zu Kreuze bist Du keinem je gekrochen.

 

 

Doch dann mit Jahren spürtest Du:   Aufrechter Gang,

er  geht beizeiten auf die Knochen.

 

Da hast Du Dir, eh´s schlimmer kam,

das Schluss-Wort selbst gesprochen.

 

Dir endet heute die Epochen

Vom Rathausmenschen, unserm Jochen.

 

Künftig wirst Du keine Akten mehr hier lochen.

Magst Deiner Frau zuhaus den Kaffee kochen.

 

Und wir: In Deinem Sinne wollen wir drauf pochen:

 

Bewahr Dir Herz und Seele   ungebrochen.

Gib acht auf Deine heilen Knochen.

Zieh hin und bleibe, wer Du bist:

Ja unser aller alter Jochen.

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