Da kommen gute, alte Bilder wieder aus dem Gedächtnis: Zeiten mit Casey Jones

Zwischenbericht zur Causa Casey. Wie ich schon erzählt hatte, hatte im fernen Spanien, wo Dorita Bendlin heute lebt, sie vor ein paar Tagen – vermutlich beim googlen – einen Bericht von mir aus dem vergangenen Jahr gefunden (erschienen in den Revierpassagen), der von Casey Jones, der nun schon seit Jahrzehnten in Unna lebt, handelte und sie schrieb mir, dass sie gern mit ihm Kontakt aufnehmen wolle. Ich fand Brian Cassers (so heißt er mit Geburtsnamen) Anschrift, stellte sie Dorita Bendlin zur Verfügung, und dafür erzählte sie kurz die Geschichte des Zusammentreffens mit Casey, dem 60-er Jahre Musiker und damals erfolgreichen Komponisten. Und sie stellte mir noch ein paar fast historische Bilder zur Verfügung, auf die ich nun mächtig stolz bin, wegen ihres erwiesenen Seltenheitswertes.

Casey Jones (links) bei bester Stimmung mit Manager Gerd Muntau. Fotos: Privat)

Casey Jones (links) bei bester Stimmung mit Manager Gerd Muntau. Fotos: Privat)

Erstmal aber – für alle die, die mit dem Namen Casey Jones ebenso wenig anfangen können wie mit dem des Brian Casser. Wie gesagt, das sind zwei Namen für ein und dieselbe Person. Casey Jones, den Künstlernamen nahm Brian Casser an, weil er „Casey Jones“ so toll fand (den gab es wirklich, seine Heldentaten wurden zu einer schwarz-weißen Fernsehserie verfilmt und er war Lokomotivführer im noch wilden Westen der USA). Er war und ist so um die 1,65 Meter hoch, aber war ein echter Tornado der Pop-Musik. Brian Casser, der 1936 in Liverpool zur Welt kam, der eine kurze Zeit aus seinem zerbrechlichen Körper derart viel Musik herausholte, dass er und seine Band fast am Weltruhm kratzten, dessen unterschiedliche Formationen auch schon mal Eric Clapton Asyl gaben, der eine Zeitlang in der „Maigret“-Serie nahe am TV-Star war.  „The Governors“ nannte sich Caseys Band und „Don’t Ha Ha“ war der bekannteste Hit der Truppe, die zu Zeiten ihres Glanzes die „Beatles“ leichter Hand überglänzte, was auch nicht schwierig war, weil die “Beatles” ihren Glanz noch vor sich hatten.

Dorita Bendlin mit ihrem Gerd.

Dorita Bendlin mit ihrem Gerd.

So, das war es in Kurzfassung, musste aber erklärt werden, denn es sind ja inzwischen „Opas Hits“, über die wir hier reden. Is‘ mir übel, damals war ich noch jung. Nun war der Casey nicht nur berühmt, sondern auch ein echt netter Typ, hatte allerdings eine Schwäche, die er heute aber überwunden hat: Er nahm alles gern zu sich, was er glaubte, dass es ihm Genuss bereiten könnte. Dass dies Beziehungs schädigende Folgen für seine Umgebung haben würde, ahnte Dorita Bendlin nicht, als sie sowohl unseren Casey als auch dessen damaligen Manager Gerd Muntau, dem sie eher zugetan war, bei sich in Mülheim an der Ruhr Herberge gab.

Dorita Bendlin heute in Spanien.

Dorita Bendlin heute in Spanien.

Dorita Bendlin erzählt von ihren Erinnerungen: „Ich habe seine Musik immer schon sehr gemocht (ist ja die Musik aus meiner Jugend). Dann lernte ich seinen damaligen Manager  Gerd N. Muntau aus Siegen kennen. Als Casey ein Wohnungsproblem bekam, hat mein Freund Gerd ihn mit zu mir nach Mülheim an der Ruhr gebracht. Dort lebte er dann mit uns ca. 6 Monate.
Wir hatten allerdings reichlich Probleme mit seinem Durst und schwere Arbeit, ihn zu seinen Auftritten pünktlich immer wieder hin zu bekommen, wenn sie verstehen …

Irgendwann ging es einfach nicht mehr, er hörte nicht auf uns zu beschäftigen und hat heimlich das zu sich genommen, was ihn beruflich vorübergehend unbrauchbar machte.
Ich musste ihn – trotz meiner ungebrochenen Sympathie  – bitten, sich wieder ein Zimmer oder Wohnung zu besorgen.“

Also trennten sich ihre Wege wieder, trennten sich später auch die gemeinsamen Pfade von Dorita Bendlin und Gerd Muntau. Aber vergessen hat sie diese private Episode bis heute nicht. Nun bin ich ehrlich gespannt darauf, wie sie wieder in Kontakt mit Casey kommt – freuen würde es mich ja schon.

 

3 comments for “Da kommen gute, alte Bilder wieder aus dem Gedächtnis: Zeiten mit Casey Jones

  1. Dorita Bendlin
    26. November 2014 at 22:54

    Leider war die Adresse von Casey nicht mehr gültig. Meine Post an ihn kam zurück. Ich habe gerade erst ihren Bericht gelesen ganz durch Zufall.
    Vielleicht haben sie inzwischen eine neue Adresse?
    Sein Manager Herr Muntau ist vor ein paar Jahren gestorben.
    Ich würde mich freuen, wenn sie etwas Neues wissen.
    Liebe Grüße aus Spanien
    Dorita Bendlin

    • 4. September 2015 at 19:36

      Hallo Frau Bendlin,
      seit einiger Zeit suche auch ich eine Kontaktadresse von Casey. Hintergrund: Ende der 60er Jahre besuchte ich eines seiner Konzerte (Ich meine, es war in Oldenburg / Nds.). Am Ende des Konzerts warf Casey eine silberne Jacke ins Publikum, die ein Freund von mir auffing und mir dann später schenkte. Kürzlich habe ich diese Jacke in einem alten Kleiderschrank auf dem Boden wiedergefunden. Ich würde Casey zu gerne ein Foto dieser Jacke schicken, vielleicht weckt das bei ihm ja auch angenehme Erinnerungen. Falls Sie eine Idee haben, wie ich an eine Kontaktadresse herankomme, würde ich mich sehr freuen, von Ihnen zu hören.
      Vielen Dank und schöne Grüße aus dem Ammerland von Bernd zu Klampen

      • erich
        4. Juli 2016 at 15:06

        Ich würde es mal in Unna-königsborn versuchen falls casy noch unter uns weilt.ich hoffe doch weil ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe.

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