Ziemlich ungeschickt ins Abseits getappt

Hi, bin mal wieder da. Gab ja inzwischen reichlich Ärgerliches, Empörendes und auch Tragisches, was nicht nur mich auf die Palme und wieder runter brachte, sondern – der Vernunft sei Dank – auch viele andere aufregte. Dabei möchte ich das Tragische lieber mal beiseite lassen, mich auf Empörendes und Lächerliches, auch durchaus Ärgerliches, was für beides gelten kann, konzentrieren.

Berlin: Na klar, wo sonst, schließlich haben da die Gewählten und daher Allwissenden ihre Reichtags-Zentrale. Auch dort hat der Whistleblower Edward Snowden seinen weltumspannenden Asylantrag hingesandt. „Nö“, meinte die Bundesregierung. Gibt’s nicht, weil die Voraussetzungen nicht stimmen. Ok: Mollath sitzt in der Psychiatrie, Hoeness räkelt sich in der Sonne – wenn sie denn scheint im Trainingslager – die Voraussetzungen für diese Form der Gleichbehandlung stimmen. Und Snowden möge auf seinem Moskauer Flughafen-Sitzplatz bleiben, weil dort die Voraussetzungen in Ordnung sind – ja, die sind ja auch von Land zu Land unterschiedlich, die Voraussetzungen.

Weltweit: Ich hege ja seit geraumer Zeit den üblen Verdacht, dass sich bei der FIFA immer dann die greisen Experten zusammensetzen und Regel-Exegese betreiben, wenn die immer größer werdende weibliche Fan-Schar die alten gerade mal begriffen hat. Fällt uns ja langsam auch schwer genug, dieselben zu erklären. So halten sich die Alten rund um den unbestechlichen Herrn Blatter stets auf herrschaftswissender Ballhöhe, hängen die begreifende Damenwelt wieder ab und haben ein paar Jahre Ruhe. Und ich muss wieder mühevoll ans Werk gehen, dass ich das aktive vom passiven unterscheiden kann und anschließend mit Recht über den offenkundig erblindeten Mann auf der Linie lauthals schimpfen kann. Ist das lästig.

Soest: Das war ja echt mal was richtig Lustiges. Da hatten Marienkäfer sich scharenweise den Schaltkasten einer Ampelanlage als neuen Wohnsitz auserkoren und begannen tagelang für Lichtzeichenausfälle zu sorgen, die allen Beteiligten Sorgen bereiteten. Als die bundesweit operierenden Mitarbeiter der Fachfirma die Verursacher ausfindig machten, stellten sie erstaunt fest, dass dieses Phänomen nur und ausschließlich in Soest aufgetaucht sei. Marien … – Käfer, Soest, katholische Börde-Metropole. Jupp, macht Sinn.

Herne-West: Rund um ein Ruhrgebiets-Stadion rumort es gründlich. Der dort ansässige Verein hat zum Zwecke höherer Einnahmen Kontingente seiner Eintrittskarten an die Firma Viagogo verkauft, dass diese – noch höhere – Eintrittspreise verlangen und sich deftig was vom Zugewinn abschneiden kann. Nun hatte sich flugs die Initiative viaNogo gegründet, die energisch dem Vereinsvorstand klarzumachen versucht, dass so was echt nicht geht. Das klang bei der Jahreshauptversammlung  schon sehr deftig, das artete anschließend zum Shitstorm aus. Wie es enden wird, wage ich nicht zu menetekeln, zumindest bei diesem Verein nicht. Ist schon ein Tönnies, der Vorstand.

1 comment for “Ziemlich ungeschickt ins Abseits getappt

  1. Heike Gutzmerow
    3. Juli 2013 at 21:36

    Rudi kein Kommentar von mir zum Thema „abseits“. Hätte mir von dir eine geschlechtsneutrale Erklärung erwartet. In der Einschätzung der FIFA, der bayrischen Mafia, dem chaosclub Berlin sind wir wieder auf einer Linie.

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