Rolf Stöckel, der Barde aus Bönen: Vorwärts und nicht vergessen …

Rolf Stöckel, ehemals Bundestagsabgeordneter für Unna und Umgebung, hat im 150. Jahr des Bestehens der Mutter SPD eine alte, aber nie verschüttete Leidenschaft wieder erweckt: die Musik, das Gitarrenspiel und das leidenschaftliche Absingen von Arbeiterliedern, Kampfesliedern und Widerstandsliedern. Ob das „Bella Ciao“ oder die „Moorsoldaten“ sind, ob „Die Gedanken sind frei“ oder „Auf der Mauer, auf der Lauer“, oder Bertolt Brechts proletarische Evergreens aus der „Dreigroschenoper“ und der „Mahagonni Oper“, Rolf kann sie alle nach wie vor und spielt sie heute als älterer Weiser in seiner Partei noch lustvoller als zuvor. Ich kann das beurteilen, denn ich sang dann und wann mit, wenn uns niemand Kritisches beobachtete – oder zuhörte.

Sein Gesang riss schon die Parteifreunde und deren Freunde in Herne mit, als dort offiziell die Jubelfeier von Deutschlands ältester Partei begangen wurde. Am vergangenen Samstag (15. Juni) beklatschten die Königsborner seinen Vortrag von muskelbepackten Zuversichts-Libretti. „Ein toller Abend und wir hatten viel Spaß“, erinnert sich Sebastian Laaser aus Unnas Norden. Kommenden Sonntag (23. Juni) tritt der spätgeborene Barde des Arbeiterbildungsliedes in Berlin auf, Dienstag darauf lässt er sich von seinen Braunschweiger Freunden bejubeln. Aber zuvor, heute, Samstag 22. Juni, gibt in in seiner Heimatgemeinde Bönen das 100-jährige Bestehen der Zechensiedlung an der Steinstraße zu feiern. Da hat er Verstärkung durch die „Kulturkumpels“ um Gerda Gnad, Helen Menzies-Esskuchen und Hartmut Hegewald (einst Songgruppe Kamen). „Ich freu mich schon richtig auf diese Feier“, sagt Rolf Stöckel, träumerisch heimatverbunden.

Und noch etwas freut den Herrn Papa: Karla (inzwischen 25) – furchtbar, die Kleine hatte ich mal auf dem Schoß – beginnt kraftvoll in die Fußstapfen des Vaters zu steigen. Der war von 1981 bis 1986 Bezirksvorsitzender der „Falken“. Dem Töchterchen hatte er diese seine Jugendgruppe als Muttermilch-Sozi zwar nahegebracht. „Aber ich hatte nie darauf bestanden, dass sie dort Heimatgefühle entwickeln möge“, sagt Rolf Stöckel. Das ließ sich aber offenbar nicht verhindern. Vor Kurzem wurde Karla in Hagen wie einst der Vater ebenfalls zu Bezirksvorsitzenden gewählt. Da strahlt der Rolf und wünscht ihr insgeheim eine glückliche Hand in dieser Position.

Ich wünsche meinem alten Kumpel, dass er stets bei Stimme bleibt und von den Inhalten seiner Lieder genauso wenig abweicht wie von deren Melodien. Und dass er auch eine glückliche Hand haben möge, bei dem Verfassen der Bücher, die er noch zu veröffentlichen plant. „Vorwärts und nicht vergessen – die So-li-da-ri-tät!“

3 comments for “Rolf Stöckel, der Barde aus Bönen: Vorwärts und nicht vergessen …

  1. friedhelm böcker
    21. November 2013 at 02:26

    http://www.youtube.com/watch?v=bU6t6zT_PTQ&hd=1
    wir, wir singen nicht nur arbeiterlieder, wir kämpfen auch für unsere ziele.

  2. 24. Juni 2013 at 13:46

    Ja, Heike. Wollen wir Authetizität beim Vortrag solcher Lieder, dann müssen wir unserem Rolf zuhören.

  3. Heike Gutzmerow
    23. Juni 2013 at 11:15

    Arbeiterliedern mit Musik umplugged verbinde ich nun auf ewig mit Rolf..

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