Reicht der Funke-Gruppe doch: Die Zeitung von gestern kommt erst morgen

Da nahm sich mein alter Freund und Kollege Heinz Feldermann, dessen Organisationstalent dafür sorgte, dass zu meiner aktiven Zeit bei der Westfälischen Rundschau, die damals zur WAZ-Gruppe gehörte und heute – zumindest in Unna – nicht einmal mehr zur Funke-Gruppe (früher WAZ-Gruppe) und heute eigentlich gar nicht mehr als Westfälische Rundschau existiert, dass diese Westfälische Rundschau pünktlich und zuverlässig an Leserin und Leser gelangte. Dieser akkurate Vertriebsmensch, dieser Vollblut-WAZ-Gruppen-Rundschau-Mann von damals hatte zwar vor Augen, dass er aktuell in den Urlaub fahren wollte, schickte mir allerdings noch „wacker“ einen meedia-Bericht zum jüngsten Tollhaus-Stück der führenden Funke-Gruppen-Manager zu, die anscheinend von den Produkten, die sie produzieren lassen, so viel Ahnung haben wie Angela Merkel vom Sandsackschleppen bei Flut.
Die Hobby-Funker haben sich – wie viele wissen – ja einfallen lassen, dass eine Tageszeitung auch dann noch interessant sein kann, wenn sie einen Tag später als andere Aktuelles aus aller Welt berichtet. Diese Erkenntnis der führenden Funkeguppen-Manager kam denselben, weil sie sich wieder einmal Möglichkeiten des Kostensparens ausgedacht hatten, aber die Folgen beim Ausdenken und flotten Umsetzen nicht bedachten. Sie beschlossen, dass nicht mehr die Gelbe Post Zeitungen zustellen möge an Abonnenten, die nicht im jeweiligen Verbreitungsgebiet wohnen, sondern ein Privater, der zwar billiger zustellt, dafür aber auch langsamer. Nun weiß ich endlich was mit dem „Pivat vor Staat“ gemeint war. „Billiger und langsamer!“
Also, für rund 22000 getreue Bezieherinnen und Bezieher einer Tageszeitung aus der Funke-Gruppen-Titelsammlung heißt es nun: Allmorgendliches Warten auf die Zeitung von gestern, in die andere bereits Fischabfälle verpacken oder mit ihnen Heldenkämpfe gegen Stubenfliegen aufnehmen.
Ich erinnere mich noch, dass mein Ausbildungsredakteur im Lokalen meine Sinne auf einen Begriff fokussierte: aktuell. Mann, müssen die führenden Manager der Funke-Gruppe den für blöd gehalten haben, wenn sie ihn noch kennengelernt hätten. Geht zwar nicht, weil er nicht mehr lebt, aber das werden die führenden Manager der Funke-Gruppe ja nicht mitgekriegt haben, weil sie auch damals schon damit rechneten, dass heute erst die Zeitung von gestern auf dem Tisch liegen werde.
Heinz Feldermann, ich wünsche dir einen erholsamen Urlaub und deinen führenden Managern von einst sei gewünscht, dass sie sich beim nächsten Pfingstfest nicht wegducken, wenn Erleuchtungen verteilt werden.

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