Von -innen und außen betrachtet – Meinen Glückwunsch Herr Bürgermeisterin

Sehr geehrte Bürgermeisterin Werner Kolter. (Habe ich jetzt was vergessen, normalerweise hätte ich doch geschrieben “Sehr geehrter Herr Bürgermeister Werner Kolter”). Ginge es nach den Wirrlehren einiger Genderaktivisten und – tinnen, müssten dergleichen verrenkte Blödsinnigkeiten zwingend in die deutsche Sprache eingeführt werden. Ganz nach einem sehr simplen und reichlich albernen Motto: In der Vergangenheit war unsere Sprache – wie fast eine jede – maskulin dominiert. Nun machen wir das zur Abwechslung mal anders herum.

Lange gab es nur Teilnehmer, bis das Hauptkommunikationsmittel Sprache auch die dazugehörigen -innen ausmachte. Der Fußball erhielt seine -innen erst nachdem männlicher Chauvinismus in Form von Verbalausbrüchen à la Sepp Herberger überwunden waren. Beim Tennis war das schon früher geschehen, denn Spielerinnen gab es bereits zu prähistorischen Zeiten dieses Ballsports.

Neu entdeckte – innen bereicherten die postmaskuline Ära deutscher Sprache auch bei den Begriffen Gastgeber, Formgeber, Nachgeber, Angeber, Wiedergeber usw. Oder ich hätte da noch z.B Automobilist oder Pedalist, obwohl, das sagt ja heute eh keiner mehr, da hätte man sich die -innen getrost sparen können. In vorauseilendem Gehorsam bediene ich mich bisweilen des “mensch” statt des “man”, obwohl ich die bösartige Vermutung hege, dass beide aus derselben Wurzel wuchsen.

Nun, die Sprachformer und -innen – sind es vielleich sogar nur die -innen – sie wünschen das jetzt umgekehrt. Der Professor muss mit Professorin angesprochen werden, der radfahrende Assisstent mit radfahrende Assisstentin, der Hausmeister heißt jetzt Herr Hausmeisterin und der Pförtner ist die Pförtnerin. Falls nicht sowohl Professorin, radfahrende Assisstentin, Hausmeisterin und Pförtnerin ohnehin bereits Frauen sind. Dann behalten sie selbstverständlich das geschlechtsverräterische -in am Ende ihres jeweiligen Titels.

Ach ja, ich vergas, haben wir eigentlich für die gar nicht so seltene Titelgruppe an Universitäten eine -in-Entsprechung? Bisher war keine weibliche Diagnoseexpertin ausgekühlt, wenn ich sie mit “Frau Doktor” ansprach. Darf ich aber anscheinend nicht mehr. Also: Frau Doktorin und natürlich Herr Doktorin.

Wie geht es weiter? Die Äffin, Herr Gorilla fühlt sich vermutlich auf den schwachen Menschenarm genommen. Die Primatin, Herr Schimpanse denkt bei sich: “Menschen!” Die Nilpferdin, schließlich will auch dieses Tier aus der Anonymität und genderorientiert behandelt werden.

Und da beginnt die Delphinin nachdenklich zu werden: “Gut dass diese Zweibeiner und -innen kein Wort von dem verstehen, was wir über sie tratschen!”

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