Lokalausgaben der WR gehören jetzt dem Verlag Rubens

Da las ich doch: „Zukunft der Rundschau langfristig gesichert“ Ach wie schön. Aber, wie darf ich das denn verstehen? Die WAZ-Gruppe, die heute Funke-Gruppe heißt, hatte doch ganz vielen Redakteurinnen und Redakteuren den Stuhl vor die Tür gesetzt, hatte doch Kooperationen mit Verlagen, die zuvor noch als Konkurrenten galten herbei geführt, hatte doch komplett eine urständige und selbstständige redaktionelle Arbeit eine WR-Redaktion beendet und nur noch den Titel erhalten, hatte damals schon posaunt, dass die Westfälische Rundschau durch alle diese Maßnahmen gesichert bliebe. Warum also jetzt noch einmal sichern?

Stimmt alles – aber es gibt dennoch was Neues, und das steckt hinter diesem Titel. Rückwirkend ab dem 1. Mai hat diese WAZ-Gruppe, die heute Funke-Gruppe heißt, die Lokalausgaben Unna, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen und Bergkamen an den Verlag Grafische Betriebe F. W. Rubens KG veräußert. Cool auch, dass für diese WR, die nun nicht mehr zur WAZ-Gruppe, die heute Funke-Gruppe heißt, gehört, für die unter dem WR-Titel laufenden Druckwerke sowohl den Überregionalen Teil liefert als auch die überregionalen Anzeigen. Das lokale Anzeigengeschäft wird von dem Verlag Rubens beackert.

Der Hellweger Anzeiger und sein Verlag haben ihre Marktposition ebenso geschickt wie erfolgreich jahrzehntelang verteidigt und mit diesem Schritt letztlich einen Schlussstrich unter die in ihren Augen konkurrenzbelastete Vergangenheit gezogen. Und ich bin nun mal flitzebogengespannt, wann die WAZ-Gruppe, die heute Funke-Gruppe heißt, den nächsten Schritt tut, um sich selbst überflüssig zu machen – zumindest im Ruhrgebiet.

Nachtrag: Die FAZ berichtet heute in ihrer Rubrik „In medias res“, dass die Funke-Mediengruppe Abonnenten der „WAZ“-Ausgaben außerhalb des Verbreitungsgebiets jetzt mit einem Tag Verspätung beliefert. Grund dafür seien „unvermeidliche Logistikänderungen“ – die Zeitungen werden statt von der Post künftig kostensparend von privaten Zustellern geliefert. Das nenne ich mal Kundenorientierung, oder orientieren sich die führenden aller Manager lieber am Konto der Eigner, oder der Bedienung von Bankkrediten?

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