Rio Reiser, er ist ein Fest wert!

Das 2. Rio Reiser Fest wird ein Highlight in diesem Sommer.

Das 2. Rio Reiser Fest wird ein Highlight in diesem Sommer.

Zum Platz der Kulturen hinter der Backsteinfassade des Kulturzentrums Lindenbrauerei führt ein Weg, er heißt „Rio Reiser-Weg“, benannt nach dem legendären Frontmann der ebenso legendären Gruppe „Ton, Steine, Scherben“, zeitweise gemanagt von Claudia Roth, die seit langem den Bundes-Grünen wortgewaltig Wege weist.

Rio Reiser hieß bürgerlich Ralph Möbius. Er hatte einen Bruder mit Namen Gert und einen, den die Unnaer gut kennen, der heißt Peter Möbius und blieb einst durch das Langzeitengagement des „Hoffmanns Comic Teater“ in unserer Stadt, blieb ihr liebend-kritisch verbunden. Damals, in den 1980-er Jahren, trieb es auch Rio Reiser hier her und er machte Musiken für unvergessliche Projekte in Unna. Und manche in unserer Stadt blieben dem unvergleichlichen Musiker und Propagandisten der linken Bewegungen Deutschlands liebend-kritisch verbunden.

So auch das Kulturzentrum „Lindenbrauerei“, das am 20. Juli dieses Jahres zum zweiten Festival zu Ehren des nach Udo Lindenberg einflussreichsten deutschsprachigen Rockmusikers. Das ist genau einen Monat vor dem Todestag des fast zerbrechlich wirkenden Bühnenwirbelwindes, der am 20. August 1996 tot aufgefunden wurde.

Jörg Plewka, Tonbandgerät, Rotativ, Gardenier, Monster of Liedermaching – sie treten auf und werden manches covern, was Rio an Liedern gesungen hat, die vermutlich nie dem Vergessen anheim fallen werden. Und, das hätte Rio Reiser sehr gut gefallen: Eintritt muss niemand zahlen für diesen Topact.

Nur ein wenig zur Erinnerung: Viele kennen einen oder gar zwei Songs („Wenn ich König von Deutschland wär'“ und „Junimond“), aber Rio ist viel mehr als der „König“, wenn er auch ungekrönt blieb bei vielen, die seinen Einfluss auf die deutschsprachige Musik in unserem Land völlig unterschätzen. Rio Reiser war ein ungemein kluger, in seiner Psyche tatsächlich zerbrechlicher als viele glauben, politisch hochaktueller Mensch. Gern nageln ihn heute sowohl Zeitgenosen als auch Übelkritiker auf Hausbesetzerszene, Randale und Anarchie fest. Das stimmt ebenso wenig wie das Bild vom „Schlagerstar“ und „König“.

Schade, dass Rios Reiser unsere Musik nicht weiter begleiten konnte, schade, dass er nicht länger auch in Unna prägend in unsere großartige Szene einwirken konnte, schade, dass er nur beim 40. Geburtstag von Klaus Schwalk privat auftrat und nicht mehr Menschen dieser Vorzug zuteil wurde, fabelhaft, dass Regina Ranft und das Kulturzentrum ihm zu Ehren sowohl die Namensgebung des Weges durchsetzten und fabelhaft, dass in Unna ein Musikfestival zu seinen Ehren stattfindet.

2. Rio Reiser Fest Sa., 20 Juli 2013 auf dem Platz der Kulturen

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