Von Bananen, Banalem und Ballannahmen: Der BVB hat die Zukunft, die Bayern hinter sich lässt

Ja, es war tiefe Trauer. Aber es blieb noch größer Stolz auf die Mannschaft.

Ja, es war tiefe Trauer. Aber es blieb noch größerer Stolz auf eine ganz großartige Mannschaft.

Habe nun ein wenig Abstand, habe mir meinen Frust analysierend weg geredet, habe Einsichten gewonnen und Aussichten entdeckt, habe inzwischen die grundlegende Überzeugung, dass der vergangene Samstag Abend ein großer Abend für meinen großen Verein war.

Ok,  der BVB hat es nicht geschafft, zwei Tore besser zu sein als sie der FC Bayern gegen ihn geschossen hat. Ok, ein Dortmunder – aber auch zwei Bayern hätten zum Zeitpunkt des Siegtores nicht mehr mitspielen dürfen. Ok, der FC Bayern hat eine ziemlich sehr gute Saison gespielt und die an diesem Abend gekrönt. Und auch ok: Alle, die etwas von Fußball verstehen, wissen, dass dennoch den schwatz-gelben Spielern auf dem Rasen des legendären Wembley-Stadions die Zukunft gehört.

Aber das war und ist nicht ok: Der bananenrepublikanische Händedruck der Kanzlerin mit Ulrich Hoeneß. Fröhlich-freundlich lächelnd wünschte sie ihm Glück. Obwohl der sie und ihren, also unser aller Staat ja beklaut hat, was er vorauseilend schon mal gestanden hat. Frage mich, ob sie ihm ebenso freundlich-fröhlich Glück gewünscht hätte, wenn er gestanden hätte, die Deutsche Bank beklaut zu haben?

Auch nicht ok: Die führend führenden Topmanager der Republik haben dem Ulrich Hoeneß großzügig gestattet, er dürfe weiterhin aufsichtsratend an der Bayernspitze stehen. Schlussfolgerung: Die führend führenden Topmanager  finden das Beklauen des Staates nicht so sehr verwerflich, denn der geständige Ulrich Hoeneß hat ja schließlich nicht die Deutsche Bank beklaut. Oder aber, die führend führenden Topmanager halten die eigenen Public Corporate Governance Kodize im Unternehmen für Makulatur.

Weiterhin nicht ok: Die UEFA, die das Topspiel dieses Jahres in ihrem Verantwortungsbereich mit einem Schiedsrichter besetzt, dessen Kompetenz ähnlich ausgeprägt war, wie die eines russischen Kollegen im Jahre 1966 an gleichnamiger Stelle beim WM-Endspiel. Wie schon erwähnt, hätten die Reihen auf beiden Seiten schon gelichtet sein m ü s s e n.

Und was ganz und gar nicht ok ist: Das Einkaufsverhalten des FC Bayern im Jahre 2013. Früher kaufte er gern dem grandios spielenden Rivalen Borussia Mönchengladbach grandios spielende Spieler ab. 2013 macht er das in bisher nicht gekanntem Umfang beim noch grandioseren BVB. Das wird den BVB langfristig zwar nicht schwächen, weil er sich eines weitaus besseren Scouting-Teams erfreut, aber sportlich ist es dennoch nicht.

Ich bin’s aber. Und daher beschließe ich meine ureigenen Nachbetrachtungen zu einem Wahnsinnsspiel nach einer wahnsinnigen Saison, nach einer überragenden Champions League-Saison des BVB mit einem Gruß nach München.

Dem FC Bayern sein Glück gewünscht, dafür, dass elf Spieler professionell und mit harter Arbeit den Sieg errungen haben. Dem BVB sage ich aber lautstark: Glückauf! Denn ihm gehört die Zukunft, weil er integrer, seine Fans großartiger und seine Region grundständiger ist.

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